Quartalszahlen Auslandsgeschäft drückt Telekom in die Miesen


Schleppende Geschäfte im Ausland haben der Deutschen Telekom rote Zahlen beschert. Im ersten Quartal sei ein Verlust von 1,12 Milliarden Euro verbucht worden, teilte der Konzern mit. Einem Zeitungsbericht zufolge will die Telekom bei ihrer Geschäftskundensparte T-Systems über 3000 Stellen streichen.

Die Deutsche Telekom ist wegen schwacher Auslandsgeschäfte im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich habe der Konzern ein Minus von 1,12 Milliarden Euro verbucht, nach einem Gewinn von 924 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen mit. Die Differenz zum Vorjahr gehe hauptsächlich auf Abschreibungen auf das Mobilfunkgeschäft in Großbritannien von rund 1,8 Milliarden Euro zurück.

Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro. Das ist vor allem auf den Beitrag der griechischen Telefongesellschaft OTE zurückzuführen, die seit Februar in die Telekom-Bilanz einbezogen ist. Im Inland dagegen sank der Umsatz um 4,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

Die Telekom hatte bereits vor gut zwei Wochen einige vorläufige Zahlen veröffentlicht und zugleich überraschend ihre Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Für die Korrektur machte der Konzern die starke Konjunkturabkühlung und einen verschärften Wettbewerb insbesondere in den USA, in Großbritannien und Polen verantwortlich. In den beiden letzteren Märkten belasteten zudem schwache Währungen die Bilanz. Das Festnetzgeschäft im In- und Ausland, der Mobilfunk am Heimatmarkt und den meisten Ländern Europas sowie die Geschäftskundensparte T-Systems hätten sich im ersten Quartal jedoch entsprechend den Erwartungen oder darüber entwickelt.

T-Systems plant einem Zeitungsbericht zufolge bis zum Jahresende den Abbau von über 3000 Stellen. Nur für rund die Hälfte der Betroffenen deute sich derzeit ein sozial abgefedertes Ausscheiden aus dem Konzern an, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Rund 1500 T-Systems-Mitarbeiter müssten mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.

Seit Jahren baut die Telekom Zehntausende Stellen ab, hat dabei bislang aber weitgehend auf sozialverträgliche Lösungen gesetzt und betriebsbedingte Kündigungen vermieden.

DPA/Reuters/AP AP DPA Reuters

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