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Peinlicher Sanifair-Film: Alice im Toilettenland

Öffentliche Toiletten sind wundersame Orte voll Zauber und Magie - oder zumindest glaubt Sanifair, der Betreiber dieser stillen Örtchen, ganz fest daran. Und schickt daher im neuen Werbeclip ein kleines Mädchen hopsend auf Entdeckungstour durch eine Bahnhofstoilette. 

Sanifair hat einen neuen Werbespot mit einem Mädchen drehen lassen.

Ein kleines Mädchen entdeckt bei Sanifair die Zauberwelt der öffentlichen Toiletten.

Werbung zu machen kann so einfach sein, wenn wir das Produkt mögen. Für Bier beispielsweise. Oder für schnelle Autos, köstliche Speisen oder schicke Klamotten. Für Werbeprofis ist es daher kein Hexenwerk, einen Imagefilm über flotte Flitzer oder edles Parfüm zu drehen.

Wie aber soll man für öffentliche Toiletten werben? Diese schmuddeligen Orte auf Bahnhöfen und Raststätten, die wir aus unserer Kindheit kennen? Sicherlich, inzwischen sind die Böden geschrubbt, die Klos desinfiziert und die siffigen Kacheln geputzt. Dennoch: Einen märchenhaften Ort stellen wir uns anders vor. 

Zauberhafte Toilettenwelt von Sanifair

Das scheint den Machern des aktuellen Sanifair-Imagefilms (den man hier ansehen kann) recht egal gewesen zu sein.

Die Agentur Pie-Five setzt auf den Zauber von öffentlichen Toiletten und lässt ein Alice-im-Wunderland-Look-alike-Mädel durch die Kabinen hopsen. Sie bestaunt mit großen Kulleraugen die Schönheit der mint-grünen Sanitäranlagen und wird vom Drehbuch zu einem "Oh, ist das schön hier" verdonnert. 

Fremdschämfeuerwerk als Werbefilm

Und so hopst die Kleine (die einem fast ans Herz wächst) durch Kloräume, immer in Begleitung ihres Teddys und feiert den frischen Duft des Seifenspenders und die hygienische Sauberkeit. Im Hintergrund läuft dazu ein leises Klavierstück, dass gefühlt auch schon bei einem Bank-Werbespot zum Einsatz kam. Gut zweieinhalb Minuten sollte der Zuschauer dieses Fremdschämfeuerwerk durchhalten, wenn es nach Pie-Five geht. Aber eigentlich schafft man das kaum. Das liegt nicht an den so unheimlich tollen und frischen und schicken Toiletten, sondern an der Idee, dass ein kleines Mädchen öffentlichen Toiletten wie ein Abenteuerland entdeckt. Und dabei mit allerlei Nonsens-Aussagen versorgt wurde. Beispiel gefällig? So muss das arme Kind  doch tatsächlich eine Toilettentür öffnen, die Augen aufreißen, staunen und dabei sagen: "Und was jetzt passiert, ist reine Magiiiieee." Mit langem Ihh. Wie in Iiiiigitt. 


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