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SPARPROGRAMM: Post plant massiven Stellenabbau

Die Post plant eine Neuorganisation des Filial-Netz und könnte dabei bis zu 1.000 Filialen schließen. Aus Protest gegen die Pläne wurden heute Schalter zeitweise geschlossen.

Die Deutsche Post AG plant einem Zeitungsbericht zufolge einen massiven Stellenabbau im Filialbereich. Laut »Westfalen-Blatt« sind davon mindestens 3.600 der 23.000 Beschäftigten betroffen, hieß es unter Berufung auf Gewerkschaftsvertreter. Bei der Post und bei der Gewerkschaft Ver.di war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Offenbar 1000 Filialen betroffen

Außerdem will die Post 1.000 ihrer 13.000 Filialen schließen, schreibt das Blatt weiter. Dies soll aber ausschließlich Postagenturen betreffen, also Poststellen, welche die AG nicht selbst betreibt. Im Oktober hatte die Deutsche Post mitgeteilt, noch keine konkreten Beschlüsse über die geplante Schließung von bis zu 1.000 Filialen gefasst zu haben. Die Post hatte Anfang Juli ein drastisches Sparprogramm verkündet, nachdem die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post Portosenkungen gefordert hatte. Laut Gesetz ist die Post nur verpflichtet, 12.000 Filialen und Agenturen zu betreiben.

Auslagerungen von bestimmten Bereichen

Ferner sollen die bisherigen Verkaufsberater für Geschäftskunden aus den Filialen ausgelagert werden, hieß es von Postsprecher Jürgen Blohm. Die Beratung über Brief- und Postleistungen hatte demnach in den Filialen keine Akzeptanz gefunden. Die Beratung soll jetzt konzentriert in den so genannten Direktmarketing-Centern erfolgen.

»Kein Anlass, unruhig zu werden«

Im Jahr 2003 sollen in den Filialen zusätzliche 2.500 Stellen wegfallen, hieß es aus Kreisen des Gesamtbetriebsrats. Das sieht das neue Personalbudget vor. Postsprecher Blohm meinte indes, es gebe aber »keinen Anlass, unruhig zu werden.« Es sei normal, dass Poststellen geschlossen würden, wenn die Kunden ausblieben. Laut Blohm sind bis Ende 2004 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Derzeit wird mit den Betriebsräten ein Personal-Paket geschnürt, die Gespräche dauern an.

Bayern schließt Schalter

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte am Dienstag zu Betriebsversammlungen bei der Post aufgerufen, bei denen über angebliche Pläne zu Filialschließungen beraten werden sollte. Darauf blieben in ganz Bayern rund 900 Post-Filialen in ganz Bayern wegen Protestaktionen gegen den drohenden Stellenabbau am Mittwoch geschlossen. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beteiligten sich mindestens 3.000 Beschäftigte an Betriebsversammlungen in München, Nürnberg, Augsburg, Straubing und Neustadt an der Aisch. »Mit der Aktion wollten wir den Post-Vorstand dazu zwingen, die Beschäftigten endlich darüber zu informieren, wie ihre berufliche Zukunft aussieht«, sagte ver.di-Fachbereichsleiter Anton Hirtreiter.

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