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Spitzel-Skandal bei der Bahn: Betriebsrat wusste von nichts

Der Daten-Skandal bei der Bahn zieht weitere Kreise. Wie sich jetzt herausgestellt hat, lief die Bespitzelung Hunderter Bahn-Mitarbeiter durch die Ermittlungsfirma Network offenbar am Betriebsrat vorbei. Das geht laut einem Pressebericht aus einem Schreiben der Konzernrevision hervor.

Die Überprüfung Hunderter Bahn-Mitarbeiter durch die Ermittlungsfirma Network lief einem "Spiegel"-Bericht zufolge am Betriebsrat vorbei. "Es trifft zu, dass der Betriebsrat aus Gründen der Vertraulichkeit nicht über die fallweise Zusammenarbeit mit Network informiert war", zitiert das Nachrichtenmagazin aus einem Schreiben der Konzernrevision an den zuständigen Datenschutzbeauftragten. Ein Bahn-Sprecher bestätigte das Schreiben, wollte sich zu dessen Inhalt aber nicht äußern.

"Operation Eichhörnchen"

Die Deutsche Bahn hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass im Auftrag des Konzerns mehr als 1000 leitende Angestellte ohne konkreten Anhaltspunkt auf mögliche Korruptionsfälle überprüft wurden. Wie "Spiegel" und "Focus" unter Berufung auf interne Unterlagen schreiben, wurden dabei unter anderem rund 300 Verbindungen zwischen Mitarbeitern und Lieferanten aufgedeckt.

Wie der stern in seiner am Donnerstag erschienenen Ausgabe aufgedeckt hat, hat die Deutsche Bahn im großen Stil Mitarbeiter und auch deren Ehefrauen ausforschen lassen. Nach Informationen des stern waren mehr als 1000 Personen von der Bespitzelung betroffen, darunter ein Großteil des oberen Managements. Nun muss sich auch die Bahn massiven Vorwürfen der Datenschützer stellen - nach den Skandalen bei Lidl und der Telekom.

tib/DPA

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