HOME

Talanx: Versicherer will Bundesbank-Konto

Der drittgrößte deutsche Versicherer Talanx will sein Geld nicht länger normalen Banken anvertrauen und streitet vor Gericht für ein Konto bei der Bundesbank.

Der drittgrößte deutsche Versicherer Talanx will sein Geld nicht länger normalen Banken anvertrauen und streitet vor Gericht für ein Konto bei der Bundesbank. "Allein ein Konto direkt bei der Bundesbank ist wirklich insolvenzsicher", sagte ein Talanx-Sprecher am Mittwoch in Hannover.

Talanx bemühe sich bereits seit der Finanzkrise im Herbst 2008 vergeblich um ein Bundesbankkonto. Am 11. Februar wolle nun das Verwaltungsgericht Frankfurt über eine Klage gegen die Bundesbank verhandeln, bestätigte er einen Bericht "Financial Times Deutschland".

Nach Zusammenbruch des US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 habe sich der Talanx AG die Frage gestellt, "welche Risiken für die bei Banken angelegten Mittel bestehen", sagte der Sprecher weiter. Nach der Lehman-Pleite habe sich der Einlagensicherungsfonds der Banken umgehend an den Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin wenden müssen. Man sei daher zu dem Schluss gekommen, dass die liquiden Mittel der Talanx bei der Bundesbank am besten insolvenzgeschützt seien, und habe sich um ein Konto bei der Zentralbank bemüht.

Die Bundesbank habe im vergangenen Jahr die Eröffnung eines Talanx-Kontos abgelehnt. Die Ablehnung sei jedoch nicht mit einem Bescheid begründet worden. Die Klage bei Verwaltungsgericht Frankfurt solle die Bundesbank dazu zwingen, den Talanx-Antrag auf Kontoeröffnung formell zu bescheiden. Eventuelle weitere juristische Schritte werde man anschließend prüfen.

Durch ein Bundesbankkonto wolle Talanx auch Wettbewerbsgleichheit mit den Banken herstellen, die insolvenzsichere Bundesbankkonten hätten. Schließlich zähle die Finanzaufsicht BaFin Talanx zu den signifikanten deutschen Finanzinstitutionen. Zum Talanx-Konzern gehören unter anderen die Versicherungen HDI, HDI-Gerling und Hannover Rück.

APN / APN