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Tarifstreit: Verdi und Post wollen Verhandlungen wieder aufnehmen

Die Gewerkschaft Verdi will die Tarifgespräche mit der Deutschen Post wieder aufnehmen. Die Post bewertet den Vorstoß als positiv. Mehr als 32.000 Angestellte des Unternehmens befinden sich derzeit im unbefristeten Ausstand.

Immer noch befinden sich tausende Postangestellte im Streik

Immer noch befinden sich tausende Postangestellte im Streik

In den Tarifstreit bei der Deutschen Post kommt wieder Bewegung. "Wir haben die Deutsche Post AG aufgefordert, die Verhandlungen mit uns am 3. Juli fortzusetzen", erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis am Montag in Berlin. Ziel der Gespräche müsse es sein, zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen und den "schweren Konflikt im Betrieb" zu befrieden. Die Post begrüßte den Vorstoß als "positives Zeichen". Das Unternehmen habe "immer klar erklärt", für konstruktive Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Nach Angaben der Gewerkschaft streikten am Montag zu Beginn der vierten Woche des unbefristeten Ausstands mehr als 32.000 Post-Beschäftigte. Bei der Bearbeitung und Zustellung von Briefen sowie Paketen gebe es weiterhin erheblichen "Rückstau". Die Post bezifferte die aktuelle Zahl der Streikenden dagegen auf 29.400, was ein "leichter Rückgang" im Vergleich zum Ende der vergangenen Woche sei. Das Unternehmen hatte zuvor immer wieder erklärt, dass rund 80 Prozent der Sendungen pünktlich bei den Empfängern ankomme.

Knackpunkt in dem festgefahrenen Tarifkonflikt ist die Gründung von neuen Regionalgesellschaften der Post, in der Beschäftigte deutlich weniger verdienen als im Mutterkonzern. Die Mitarbeiter dort werden nicht nach dem Haustarifvertrag der Post bezahlt, sondern nach den niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche. Verdi lehnt dies strikt ab und sieht darin einen Bruch früherer Vereinbarungen.

amt / AFP
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