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TELEKOMMUNIKATION: Neuer Telekom-Chef Ricke geht's an

Auf den neuen wartet gleich ein Berg von Problemen: 64 Milliarden Euro Schulden und ein geplanter Stellenabbau von 50.000 Stellen sind nur die wichtigsten.

Der neue Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke tritt heute (Freitag) sein Amt an. Der 41-jährige ehemalige Chef der Mobilfunksparte T-Mobile muss zügig einen Berg von Problemen angehen: Die Schuldenlast von 64 Milliarden Euro, gewaltige Abschreibungen auf die UMTS-Investitionen und den US-Mobilfunker VoiceStream und den geplanten Abbau von mehr als 50.000 Stellen.

Radikalkur für den Bonner Riesen

Ricke hatte hatte bei seiner Berufung am Donnerstag eine schonungslose und konsequente Radikalkur für den Bonner Riesen angekündigt. »Die Lage ist ernst«, betonte er. Zu Rickes Einstand hatte Europas größter Telekom-Konzern einen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte beispiellosen Verlust von 24,5 Milliarden Euro präsentiert. Wegen des Schuldenberges fällt die Dividende dieses Jahr aus.

Aktie notiert wieder besser

Ricke übernimmt das Amt von Interims-Chef Helmut Sihler (72), der nach dem Rücktritt von Ron Sommer die Geschicke des Bonner Unternehmens geführt hatte. Die T-Aktie hatte unter Sommer eine scharfe Talfahrt von über 100 bis auf unter zehn Euro erlebt. Die Lösung der Führungsfrage bescherte dem Papier am Donnerstag ein Plus von 4,10 Prozent auf 11,69 Euro.

Sargnagel VoiceStream

Der Rekordverlust für die ersten neun Monate dieses Jahres enthält rund 20,3 Milliarden Euro an Sonderabschreibungen vor allem für VoiceStream und UMTS-Lizenzen. Ein VoiceStream-Verkauf sei dennoch nicht geplant. Auch an der noch von Sommer festgelegten Vier-Säulen- Strategie (Mobilfunk, Festnetz, System, Internet) werde festgehalten, machte Ricke klar.

Wohl keine Sonderabschreibungen mehr

Die Telekom kündigte an, dass es in diesem Jahr voraussichtlich keine Sonderabschreibungen mehr gibt. Bis Ende 2003 will der Konzern die Schulden auf 49 bis 52 Milliarden Euro drücken. Um die Kosten zu senken, will die Telekom bis Ende 2005 weltweit 54 700 Stellen streichen, davon 42 500 in Deutschland. Der Konzern hat derzeit rund 250.000 Beschäftigte, davon in Deutschland 170.000.