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Tim Armstrongs "Baby"-Affäre: AOL-Chef entschuldigt sich bei Mitarbeitern

Er kürzte seinen Mitarbeitern die Pensionen - mit der Begründung, die kranken Babys zweier Mitarbeiter ließen die Kosten steigen. Nun musste AOL-Chef Armstrong zu Kreuze kriechen.

Er ist für seine ruppige Art und manches zu direkte Wort bekannt. Nun hat er selbst gemerkt, dass er zu weit gegangen ist: Tim Armstrong, Chef des Internet-Pioniers AOL, hat sich bei seinen Mitarbeitern entschuldigt. Zuvor hatte er auf einer Versammlung die Kürzung der Pensionsbezüge damit begründet, dass wegen der Behandlung der kranken Babys zweier Mitarbeiter höhere Ausgaben angefallen seien. Auch die US-Gesundheitsreform habe höhere Belastungen zur Folge. Aus beiden Gründen seien die Kosten für AOL um mehrere Millionen Dollar gestiegen.

Nun nahm Armstrong die Senkung der Pensions-Bezüge zurück und bat die Mitarbeiter für seine Äußerungen um Entschuldigung. "Ich habe einen Fehler gemacht", teilte Armstrong in einem Schreiben an seine Angestellten mit.

Ruppige Worte, aber gute Zahlen

Eine der betroffenen Mütter hatte sich zuvor im US-Online-Magazin Slate über Armstrongs Äußerungen beschwert. Der AOL-Chef pflegt einen teils wenig sensiblen Umgang mit Mitarbeitern. 2013 feuerte er etwa vor tausenden Mitarbeitern einen Kreativ-Direktor und sorgte damit für zahlreiche Negativschlagzeilen. Armstrongs jüngste Aussagen haben in Medien und Online-Netzwerken Entrüstung ausgelöst und auch einen Schatten auf die jüngst veröffentlichte AOL-Bilanz geworfen. Der Umsatz war um 13 Prozent auf 679 Millionen Dollar gestiegen und damit so stark wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

car/Reuters / Reuters
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