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Microsoft kauft AOL-Patente 1.1 Milliarden für Munition im Patentkrieg


Microsoft rüstet im Patentkrieg weiter auf: Für mehr als eine 1 Milliarde Dollar hat Microsoft grundlegende AOL-Patente gekauft.

Microsoft rüstet sich für den Patentkrieg in der Technologiebranche. Der Software-Primus übernimmt für annähernd 1,1 Milliarden Dollar (840 Mio Euro) mehr als 800 Patente vom Internet-Urgestein AOL und sichert sich überdies ein Nutzungsrecht an den verbleibenden gut 300 AOL-Patenten. "Das ist ein wertvolles Portfolio, das wir schon seit Jahren im Blick haben", sagte Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith.

Derzeit bekriegen sich die Technologieschwergewichte vor allem im boomenden mobilen Internetgeschäft. Unzählige Gerichte auch in Deutschland müssen sich mit gegenseitigen Vorwürfen des Ideenklaus befassen. Beste Abwehrwaffe ist ein umfangreicher Katalog an Patenten. Deshalb kauft der Internetkonzern Google auch den verlustreichen Handyhersteller Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar. Motorola und AOL sind Vorreiter in ihren Branchen und besitzen entsprechend viele grundlegende Patente.

AOL behält Patente für Werbung, Suche und soziale Netzwerke

Allerdings hat der Dotcom-Star AOL viel von seinem Glanz verloren und steckt in einem Dauerumbau. Früher waren Internetzugänge das große Geschät, doch diese bieten die Telekom- und Kabelkonzerne mittlerweile billiger und schneller an. Deshalb versucht Firmenchef Tim Armstrong sein Unternehmen als Inhalte-Lieferanten neu zu erfinden. Armstrong betonte, dass AOL im Besitz wichtiger Patente etwa für Werbung, Suche oder soziale Netzwerke bleibe. Auch darf AOL die verkauften Patente weiterhin unter einer Lizenz nutzen.

AOL-Chef Tim Armstrong sagte, die Einnahmen aus dem Verkauf sollten vor allem den Aktionären des Unternehmens zu Gute kommen. Der Internetkonzern steht unter dem Druck von Investoren, die mit den Renditen ihrer Anlagen unzufrieden sind. Insbesondere ein großer US-Hedgefonds übte Druck auf die AOL-Führung aus, mit Patentverkäufen mehr Geld in die Unternehmenskasse zu spülen.

Die Hoffnung auf einen Geldsegen ließ die AOL-Aktie im vorbörslichen New Yorker Handel um 31 Prozent hochschnellen. Dagegen fiel das Microsoft-Papier um 1 Prozent. Seit Jahren versucht der erfolgreiche Hersteller von Windows und Office sein Internetgeschäft auszubauen, mit gemischtem Erfolg. Hauptkonkurrenten sind hier Google und das soziale Netzwerk Facebook.

Microsoft will sein Internetgeschäft stärker ausbauen

Der erfolgsverwöhnte Hersteller von Windows und Office versucht bereits seit Jahren, im Internetgeschäft besser Fuß zu fassen. Die wichtigsten Wettbewerber sind hier Google und das soziale Netzwerk Facebook

iml/DPA/Reuters DPA Reuters

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