Der Markt für Gaming-Mäuse ist so umfangreich wie die Spiele selbst. Das wissen natürlich die Hersteller, und deshalb verfolgen sie mit ihren Mäusen auch unterschiedliche Konzepte: Von der kompromisslos leichten Gaming-Maus für E-Sport-Shooter bis hin zur MMO-Maus mit allerhand Zusatzfunktionen ist alles dabei. Die Wahl der richtigen Peripherie ist damit eher eine Frage, welches Game über den Bildschirm flimmert.
Diese Gaming-Mäuse haben wir getestet
Diese Modelle sind auch einen Blick wert
Fazit
Die gute Nachricht vorab: Einen richtigen Ausreißer nach unten gab es nicht. Den Testsieg ergattert die Razer Basilisk V3 Pro 35K, weil sie die universalste Gaming-Maus im Vergleich ist. Drei Daumentasten plus drei Mausradklicks machen sie für MMO- und MOBA-Spieler und Strategiespieler interessant. Daneben überzeugt sie auch Shooter-Gamer mit 750 IPS und 70 G Beschleunigung. Der Preis ist mit 180 Euro happig.
Preislich auf Augenhöhe liegt die Logitech Pro X2 Superstrike auf dem zweiten Platz. Im Vergleich bietet sie technisch die etwas besseren Werte, und die Primärtasten sind wirklich innovativ. Allerdings lassen sich die etwas besseren Sensor-Werte (888 IPS, 88 G, 8000 Hz) in unseren Augen nicht in die Realität umsetzen. Wir sind der Meinung, die zusätzlichen Daumen- und Mausradtasten sind wegen mehr Einstellungsmöglichkeiten bei selbem Preis in den meisten Fällen sinniger.
Unser Preisleistungstipp für Alltagsgamer ist die Pulsfire Haste 2. Sie kostet zwar 40 Euro mehr als die Rival 3 von SteelSeries, bietet dafür aber einen Akku, ist etwas leichter und bietet einen etwas besseren Sensor. Wobei wir ehrlich sind: Wer lieber eine Maus mit Batterien will, ist mit der Rival 3 bestens aufgehoben.
Aus dem Test etwas heraus fällt die Razer ProClick V2 Vertical Edition, weil sie eine ergonomische Maus ist. Im Vergleich zur Basilisk bietet sie zwar einen etwas schwächeren Sensor, der sich allerdings trotzdem hervorragend zum Zocken eignet. Wir empfehlen sie für alle Gamerinnen und Gamer, die Sehnen- oder Gelenkbeschwerden haben, aber nicht auf ihr liebstes Hobby verzichten wollen. Eine vergleichbare, ergonomische Gaming-Maus ist uns nicht bekannt.
Über den Tester
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da gab ich einem verhedderten Mauskabel die Schuld an meiner Misere in „Counter Strike“ oder „World of Warcraft“. Inzwischen habe auch ich eingesehen, dass das Kabel mein geringstes Problem war. Wo die Einsicht herkam? Nun, im Test waren die meisten Gaming-Mäuse kabellos – und ich traf trotzdem nicht besser. Und mit dem Alter wird man eben milde. Trotzdem war ich überrascht, wie unterschiedlich Gaming-Mäuse sein können. Aber lesen Sie selbst.
Vergleichstabelle Gaming-Mäuse
| Razer Basilisk V3 Pro 35K | Logitech Pro X2 Superstrike | HyperX Pulsfire Haste 2 | SteelSeries Rival 3 Wireless | Razer ProClick V2 Vertical Edition | Turtle Beach Kone II | Asus ROG Spartha X | be quiet! Dark Perk Sym | Corsair Nightsword | Sharkoon Skiller SGM25W | |
| Gesamteindruck | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Testsieger | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️⭐️ Preisleistungssieger | ⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet |
| Form | Symmetrisch, für Rechtshänder mit Daumenablage | Symmetrisch, für Rechtshänder | Symmetrisch, für Rechtshänder | Symmetrisch, für Rechtshänder | Ergonomisch, für Rechtshänder | Symmetrisch, für Rechtshänder | Symmetrisch, für Rechtshänder mit Daumenablage | Symmetrisch, für Rechtshänder | Symmetrisch, für Rechtshänder mit Daumenablage | Symmetrisch, für Rechtshänder |
| Gewicht | 113 g | 60 g | 60 g | 108 g mit Batterien | 150 g | 90 g | 168 g | 55 g | 119 g | 59 g |
| Sensor | Razer Focus Pro 35K | Hero 2 | HyperX 26K | SteelSeries TrueMove Air | 5G Advanced | 26K Optical | Rog 19K | PixArt PAW3950 | PixArt PAW3391 | PixArt PAW3311 |
| DPI* | 35.000 | 44.000 | 26.000 | 18.000 | 30.000 | 26.000 | 19.000 | 32.000 | 18.000 | 12.000 |
| Tracking Speed (IPS)* | 750 | 888 | 650 | 400 | 550 | 650 | 400 | 750 | 450 | 300 |
| Beschleunigung* | 70 G | 88 G | 50 G | 40 G | 40 G | 50 G | 50 G | 50 G | 50 G | 35 G |
| Polling Rate* | 1000 Hz | 8000 Hz | 1000 Hz | 1000 Hz | 1000 Hz | 1000 Hz | 1000 Hz | 8000 Hz | 1000 Hz | 1000 Hz |
| Schalter* | optisch | Lighforce Hybrid (induktiv) | mechanisch | mechanisch | mechanisch | optisch | optisch | optisch | mechanisch | mechanisch |
| Anzahl Tasten | 13 | 5 | 6 | 6 | 8 | 7 | 12 | 5 | 10 | 5 |
| Verbindung | 2,4-GHz-Funk, Bluetooth 5, Kabel | 2,4-GHz-Funk, Kabel | 2,4-GHz-Funk, Bluetooth 5, Kabel | 2,4-GHz-Funk, Bluetooth 5 | 2,4-GHz-Funk, Bluetooth 5, Kabel | Kabel | 2,4-GHz-Funk, Kabel | 2,4-GHz-Funk, Kabel | Kabel | 2,4-GHz-Funk, Kabel |
| Stromversorgung* | Akku bis 140 Std.* | Akku bis 90 Std.* | Akku bis 100 Std.* | Batterie (400 Stunden) | keine Angabe | kabelgebunden | Akku bis 67 Std.* | Akku bis 110 Std.* (bei 1000 Hz) | kabelgebunden | kabelgebunden |
| Preis (UVP)* | 179,99 Euro | 179,99 Euro | 100 Euro | 59,99 Euro | 139,99 Euro | 69,99 Euro | 149 Euro | 99,90 Euro | 89,99 Euro | 24,99 Euro |
*Herstellerangabe
So haben wir die Gaming-Mäuse ausgewählt
- Preisrange von circa 60 Euro bis 180 Euro – von der Einsteiger- bis zur High-End-Maus
- Verfügbar bei gängigen Händlern wie Otto und Amazon
- Auswahl orientiert sich an den wichtigsten Gaming-Genres: Shooter, MMOs und MOBAs
- Für Shooter zählen vor allem Sensor-Qualität und geringes Gewicht (etwa für Flickshots)
- Für MMORPGs und Strategiespiele sind zusätzliche Tasten entscheidender
- Alle Mäuse im Vergleich sind kabellos
- Auch die Ergonomie wurde berücksichtigt, deshalb ist eine ergonomische Gaming-Maus mit dabei
So haben wir getestet
Jeder Test beginnt mit dem Unboxing. Wir schauen, was in der Box steckt und wie gut die Maus verarbeitet ist: Wackeln die Tasten? Wie fühlt sich das Mausrad an? Danach verbinden wir die Maus mit dem PC und starten die kostenlose Software „Hamster Wheel“. Damit prüfen wir, ob die Herstellerangaben stimmen – zum Beispiel die Polling-Rate. Danach testen wir die Beschleunigungswerte (G-Wert) und die IPS über die Website xbitlabs.com. Dabei jagen wir die Maus mit möglichst abrupten Richtungswechseln über das Pad.
Wichtig: Die gemessenen IPS-Werte liegen immer über den maximalen IPS-Werten der Herstellerangaben. Es ist wichtig zu betonen, dass wir ein sehr unrealistisches Szenario kreieren, bei dem kein Sensor mithalten kann.
Kurz zu den drei wichtigsten Werten einer Gaming-Maus: DPI gibt an, wie empfindlich die Maus reagiert – also wie weit sich der Cursor bei einer bestimmten Handbewegung bewegt. IPS (Inches per Second) beschreibt, wie schnell wir die Maus bewegen können, bevor der Sensor die Bewegung nicht mehr korrekt erfasst. Und die G-Beschleunigung gibt an, wie abrupt Richtungswechsel ausfallen dürfen, ohne dass das Tracking versagt.
Im Anschluss bitten wir die Gaming-Mäuse zum Tanz, und zwar in „Counter-Strike“, „World of Warcraft“ und „Dota 2“. Hier ermitteln wir das Gefühl beim Spielen. Die Hand des Testers ist etwas größer als die Norm, weshalb das Empfinden subjektiv ist.
Wichtig: Unten im FAQ beantworten wir Fragen zu Gaming-Mäusen. Etwa was genau es mit der Polling-Rate auf sich hat, beispielsweise ob hier eine möglichst hohe Rate wichtig ist (ist sie in unseren Augen nicht). Denn nur weil Hersteller mit möglichst hohen Daten werben, bedeutet das nicht, dass Gamerinnen und Gamer diese wirklich brauchen. Sollte sich bei Ihnen ein Fragezeichen ergeben, sei Ihnen angeraten, erst in die FAQ zu blicken, um ein Verständnis von technischen Spezifikationen zu bekommen, damit Sie entscheiden können, ob diese wirklich für Sie wichtig sind.
1. SteelSeries Rival 3 Wireless
Die SteelSeries Rival 3 ist die vielleicht schnörkelloseste Gaming-Maus im Vergleich. Das zeigt sich schon beim Lieferumfang, denn SteelSeries legt wirklich nur das Nötigste bei. Maus, USB-Dongle für die 2,4-Gigahertz-Funkverbindung, Batterien und eine Anleitung. Wichtig für Gamerinnen und Gamer: Die 2,4-GHz-Verbindung per USB-Dongle bietet eine deutlich niedrigere Latenz als Bluetooth und überträgt stabiler. Deshalb nutzen wir im Test ausschließlich diese Verbindung – bei jeder Maus.
Das gerasterte Mausrad bietet klare Stufen, die sich angenehm kontrolliert anfühlen
Die Rival 3 setzt auf eine symmetrische Form, also ein Gehäuse, das links und rechts weitgehend gleich gebaut ist. Weil die Seitentasten aber nur links sitzen, richtet sie sich an Rechtshänder. Mit rund 108 Gramm (inklusive Batterien) gehört sie zu den schwereren Mäusen im Vergleich. Schlecht ist das nicht – aber spürbar. Wer mit niedriger Empfindlichkeit spielt und die Maus oft weit über das Pad zieht, profitiert von weniger Gewicht. Zum Vergleich: Die Logitech Pro X2 Superstrike wiegt nur 60 Gramm.
Im Inneren der Rival 3 arbeitet der sogenannte TrueMove-Air-Sensor. Solche Sensoren sind das Herzstück jeder Gaming-Maus. Die Rival 3 bietet bis zu 18.000 DPI, 400 IPS und 40 G Beschleunigung.
Die maximale DPI-Zahl klingt beeindruckend, spielt in der Praxis aber kaum eine Rolle. Die meisten Gamer spielen bei 800 bis 1000 DPI – für alles darüber braucht es sehr ruhige Hände. Wichtiger ist, ob der Sensor in diesem Bereich sauber arbeitet. Hohe IPS- und G-Werte sind dabei ein gutes Zeichen: Sie bedeuten, dass der Sensor auch bei hektischen Bewegungen stabil bleibt.
SteelSeries gibt maximal 40 G an. Diesen Wert haben wir mit keiner Maus erreicht. Wir haben die Rival 3 so schnell wie möglich über das Pad gefegt und kamen auf 23,7 G. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.
Die maximal erreichte Geschwindigkeit war dabei 1120,5 IPS, was den Herstellerwert von 400 IPS übersteigt. Ist das schlimm? Nein. Der IPS-Wert ist die Obergrenze, ab der der Sensor versagt – nicht die maximale Geschwindigkeit der Maus. Der Sensor arbeitet bis 400 IPS sauber; darüber verliert er die Präzision. Die 1120,5 IPS sind die Geschwindigkeit, mit der die Maus bewegt wurde, nicht die IPS-Leistung des Sensors.
Bedeutet, dass der Zeiger während des schnellen Wischens nicht mehr akkurat gewesen sein dürfte. Aber ein reales Szenario haben wir nicht simuliert, denn niemand wischt derart schnell über ein Mauspad, wie wir es taten. Und während des Tests, beim Zocken, kamen wir nicht einmal in die Situation, dass wir das Gefühl hatten, die Maus sei nicht präzise gewesen.
Was die Werte in der Software „Hamster Wheel“ anbelangt, schafft die Rival 3 per Funk die versprochene Polling-Rate von 1000 Hertz. Kurios: Je schneller die Maus bewegt wird, desto höher ist die Polling-Rate. Dieses Verhalten zeigten alle Mäuse im Vergleich.
Kommen wir zum Spielen. Bei den Haupttasten setzt SteelSeries auf klassische mechanische Schalter, die einen gewohnten Klickton erzeugen. Sie fühlen sich präzise an. Apropos Shooter und Präzision. Ein Alleinstellungsmerkmal der Rival 3 ist eine Einstellung in der dazugehörigen SteelSeries-GG-Software.
Und zwar das Angle-Snapping. Diese Funktion glättet unsere Mausbewegungen und erleichtert es, eine gerade Linie zu ziehen – kleine Wackler werden automatisch ausgeglichen. Im Bild ist diese Funktion rechts unten zu erkennen.
Das ist beispielsweise bei Shootern interessant, wenn um Ecken geschlichen und abgeaimt wird. Allerdings fanden wir die Funktion in „Counter-Strike“ eher störend und setzen auf eine niedrige DPI-Einstellung für mehr Kontrolle.
Wer allerdings zittrige Hände hat oder mit einer hohen DPI spielt, könnte vom Angle-Snapping profitieren.
Ansonsten wackelt übrigens nichts an der Maus beim Zocken und insgesamt ist die Verarbeitungsqualität sehr hochwertig. Die beiden Daumentasten sind ebenfalls gut zu erreichen.
Schade: Sie fühlen sich beide sehr gleich an und bieten einen fast nahtlosen Übergang. Hier wäre eine etwas größere Trennung wünschenswert, um eine bessere Unterscheidung zu gewährleisten. Und für die Testhand ist die Maus ein bisschen zu klein.
Womit wir zur Stromversorgung kommen. Als einzige Maus im Vergleich setzt SteelSeries bei seiner Rival 3 auf AAA-Batterien. Auf uns wirkt das irgendwie altmodisch. Andere Mäuse werden per USB-C-Kabel geladen – können aber trotzdem weiter benutzt werden. Wer aber keine Lust auf Ladekabel oder Ladepausen hat, schätzt die Batterien. Die SteelSeries-Software erlaubt dazu die üblichen Anpassungen bei DPI, Polling-Rate, Tastenbelegung und Profilen.
Fazit: Das beste Argument der Rival 3 sind Angle-Snapping in der Software und ihr Batteriebetrieb. Was ihre technischen Spezifikationen angeht, reicht sie den allermeisten Gamerinnen und Gamern dicke aus. Wer lieber auf Batterie statt Akku setzt, bekommt mit ihr eine vorzügliche Gaming-Maus.
2. Razer Basilisk V3 Pro 35K
Wenn die SteelSeries die vernünftige Lösung ist, dann ist die Razer Basilisk V3 Pro 35K ein bisschen das Gegenteil, und zwar eine Maus, die mit Ausstattung protzt. Schon der Lieferumfang zeigt, wohin die Reise geht: USB-C-Kabel, 2,4-GHz-Dongle, ein Adapter, um den Empfänger per Kabel näher zur Maus zu bringen. Logisch: Je näher der Empfänger an der Maus sitzt, desto geringer ist das Risiko von Funkstörungen.
Die Form ist ergonomischer als bei den Konkurrenzmodellen. Die Basilisk besitzt eine ausgeprägte Rechtshänderform mit Daumenauflage, was sie in unserer Hand auf Anhieb besonders komfortabel macht. Das höhere Gewicht von über 113 Gramm sorgt für ein sattes, massives Gefühl beim Zocken. Für ultraschnelle E-Sport-Bewegungen mag das weniger ideal sein, für lange Sessions, Rollenspiele, MOBAs oder Alltagseinsatz finden wir es angenehmer. Und unserer Vermutung nach sind Rollenspielerinnen und Rollenspieler auch eher das Zielpublikum der Razer Basilisk V3 Pro 35K. Dazu aber später mehr.
Der Sensor – Razers Focus Pro 35K – gehört zur Spitzenklasse. Mit bis zu 35.000 DPI, 750 IPS und 70 G liefert er mehr Reserven, als selbst ambitionierte Spielerinnen und Spieler je ausreizen dürften.
Wir haben es probiert und blieben weit von den 70 G entfernt. Was die maximale Geschwindigkeit anbelangte, schafften wir immerhin fast 972 IPS. Auch hier gilt: Das war kein realistisches Spielszenario.
Razer bietet außerdem weitere Sensor-Extras. Die Basilisk bietet eine einstellbare Lift-off-Distance – also die Höhe, ab der der Sensor keine Bewegungen mehr registriert, wenn wir die Maus anheben. Gerade wer mit niedriger Empfindlichkeit spielt, setzt die Maus häufig neu auf. Eine niedrige, exakt einstellbare Distanz verhindert dabei, dass der Cursor ungewollt weiterwandert.
Besonders auffällig ist das sogenannte HyperScroll-Tilt-Wheel. Bevor wir die Maus an den Rechner angeschlossen haben, kam es noch etwas wackelig vor. Dieses Wackeln erfüllt aber einen Zweck, denn durch links oder rechts Drücken lösen wir am Mausrad einen Klick aus. Dieses Feature war uns so noch nicht bekannt und ist einzigartig bei der Basilisk V3 Pro 35K.
Bleiben wir noch kurz beim Mausrad. Es kann klassisch gerastert laufen oder frei durchdrehen. Offen gestanden fühlt sich das freie Durchdrehen für uns derart ungewohnt an, dass wir fast an einen Defekt der Maus glaubten. Nach kurzer Gewöhnungszeit hat es aber etwas. Zwar nicht in Spielen, aber im Alltag beim Scrollen durch Webseiten. Unter dem Mausrad befinden sich zwei weitere Tasten. Die ermöglichen uns, zwischen vorher eingestellten Profilen hin und her zu wechseln.
Unter den Primärtasten sitzen optische Schalter der dritten Generation. Sie arbeiten mit Lichtsignal statt mechanischem Kontakt. Das soll zwei Vorteile bringen: eine höhere Langlebigkeit (Razer verspricht 90 Millionen Klicks – unmöglich, das im Test zu prüfen) und eine geringere Latenz bei der Signalübertragung.
Schauen wir im „Hamster Wheel“: Die Razer Basilisk V3 Pro 35K hält, was sie verspricht – und zwar eine Polling-Rate von 1000 Hertz.
An der Seite der Maus befinden sich übrigens drei Knöpfe. Besonders interessant ist der Shift-Schalter, den wir per Razer-Synapse-Software natürlich konfigurieren können. Wir belegen ihn mit der Alt-Taste. Das gibt uns vor allem in Spielen einen enormen Vorteil, die mit sogenannten Modifiern arbeiten. Normalerweise sind Shift-, Steuerung- und Alt diese Modifier-Tasten.
Ein Beispiel: Taste 1 wirft einen Feuerball, Shift+1 einen Frostball, Alt+1 einen Blitz. Normalerweise liegt die Alt-Taste auf der Tastatur ziemlich unbequem. Auf der Maus haben wir sie dagegen immer griffbereit – und das macht im Eifer des Gefechts einen echten Unterschied.
Gerade in „World of Warcraft“ eröffnen sich uns so eine Vielzahl neuer Möglichkeiten und Makros. Und wir sind ehrlich: Wer sich einmal mit der Basilisk V3 Pro in Azeroth bewegt, der will die Maus nicht mehr missen. Die eine zusätzliche Daumentaste ist einfach ein absoluter Gamechanger.
Auch bei der Verbindung zeigt sich die Basilisk großzügig: 2,4-GHz-Funk, Bluetooth und Kabelbetrieb. Der integrierte Akku wird per USB-C geladen. Die schon angesprochene Synapse-Software bietet obendrein fast alles, was denkbar ist: DPI-Feintuning, Makros, RGB-Steuerung, Sensoreinstellungen und mehrere Onboard-Profile. Allerdings vermissen wir unter dem Punkt „Kalibrierung“ das Angle-Snapping der Rival 3.
Fazit: Die Razer Basilisk V3 Pro 35K ist die beste Maus für größere Hände und Gamer, die vom MMORPG bis zum Shooter und Strategiespiel alles spielen. Sie ist der beste Allrounder im Vergleich.
3. Logitech Pro X2 Superstrike
Was Logitech mit seiner Pro X2 Superstrike geschaffen hat, ist die Maus neu zu erfinden. Dabei geht es weniger um mehr Features, sondern um Innovation an Bekanntem – konkret an rechter und linker Maustaste. Worauf Logitech dagegen verzichtet, sind auffälliges RGB, ausgefallenes Scrollrad und Tastenorgien. Stattdessen setzt der Hersteller auf ein leichtes Werkzeug für Spielerinnen und Spieler, die jede überflüssige Ablenkung ablehnen.
Im Lieferumfang enthalten sind Maus, Kabel und Dongle. Die Verarbeitungsqualität ist exzellent. Nichts wackelt, der Kunststoff ist leicht angeraut und fühlt sich in der Hand sehr gut an. Die Form ist erneut symmetrisch, die Seitentasten sitzen links. Das Design ist minimalistisch, fast schon nüchtern. Genau darin liegt aber der Reiz: Die Maus will verschwinden, nicht imponieren. Klappt auch fast, aber in größeren Händen verschwindet uns die Maus ein bisschen zu sehr.
Mit rund 60 Gramm ist die Pro X2 Superstrike sehr leicht. Gerade in Shootern, in denen große Armbewegungen und schnelle Flicks entscheidend sind, kann das zum echten Vorteil werden. Technisch spielt die Maus ganz oben mit. Der Hero-2-Sensor bietet bis zu 44.000 DPI, mehr als 888 IPS und 88 G sowie eine Polling-Rate von 8000 Hertz.
Das bestätigt auch die „Hamster Wheel“-Software. Kurios: Die Polling-Rate liegt zwar theoretisch bei 8000 Hertz, praktisch erreicht haben wir sie aber nicht, da sich anscheinend die Abtastrate der Schnelligkeit unserer Bewegung anpasst – jedenfalls laut Software.
Was die Mausbeschleunigung und IPS angeht, haben wir mit sehr viel Mühe einen G-Wert von 32,77 erreicht. Auch hier gilt wieder: In einem realistischen Spielszenario ist das fast undenkbar. Gleiches gilt für die maximale Schnelligkeit von 1265,6 IPS. Logitech selbst verspricht, dass die Maus bis 888 IPS sauber arbeitet. Dass Gamerinnen oder Gamer beim Spielen je an die 888-IPS-Grenze stoßen, bezweifeln wir. Aber der Wert ist natürlich beeindruckend.
Kommen wir zum eigentlichen Highlight der Maus. Und das sind linke und rechte Maustaste. Als wir die Pro X2 Superstrike das erste Mal in unseren Händen hielten, war die Verwirrung groß, denn ausgeschaltet funktionieren die Tasten nicht. Und das hat einen Grund: Logitech spendiert der Maus induktive Trigger. Das Klicksignal wird also dadurch ausgelöst, dass über ein vorher definiertes Induktionsfeld Spannung ausgelöst wird.
Es gibt kein mechanisches Klicken wie bei anderen Mäusen. Entsprechend kann die Maus auch nicht klicken, wenn sie ausgeschaltet ist. Der Vorteil daran ist, dass der Auslöseweg der Primärtasten einstellbar ist. Das Klick-Feedback simuliert die Maus künstlich. In der dazugehörigen App lässt sich die Distanz des Auslösewegs bestimmen. Und wir fühlen auch beim Klicken, wie weit oder nah dieser eingestellt ist. Ehrlich gesagt: Es ist der mit Abstand angenehmste Mausklick, den wir je an unseren Fingern vernommen haben.
Was die weiteren Einstellungsmöglichkeiten in der G-Hub-Software anbelangt, eint sie sich mit denen anderer Hersteller. Die Tasten können frei belegt werden, es lassen sich mehrere Profile speichern und Makros erstellen. Eine Funktion wie das Angle-Snapping bei SteelSeries vermissen wir dagegen auch bei Logitech.
Kommen wir zum Spieltest: In wirklich jedem Spiel – ob „Dota 2“, „Counter-Strike“ oder „World of Warcraft“ – vollführt die Maus einen exzellenten Job. Wir hätten nicht gedacht, das einmal über eine Maus zu schreiben, aber das Klicken macht einfach Freude. Der Ehrlichkeit halber: Der einstellbare Auslöseweg dürfte vor allem für Profispieler einen messbaren Vorteil bringen. Für alle anderen ist es das herausragende Klickgefühl, das den Unterschied macht.
Was die Übertragung angeht, setzt Logitech auf eine 2,4-GHz-Verbindung oder Kabel. Bluetooth fehlt. Wer die Maus als Arbeitsgerät für mehrere Computer nutzen will, vermisst das. Schade bei dem Preis – aber es handelt sich auch nicht um eine Office-Maus. Über USB-C lädt die Maus auf und das ist auch während des Betriebs möglich.
Fazit: Die Logitech Pro X2 Superstrike ist die richtige Maus für Profis und anspruchsvolle Gamer, die beim wichtigsten Werkzeug keine Kompromisse eingehen wollen. Ob der einstellbare Auslöseweg im Alltag messbar schneller macht, sei dahingestellt – aber das Spielgefühl, das diese Maus vermittelt, ist schlicht das beste im Vergleich.
4. Razer ProClick V2 Vertical Edition
Eine vertikale Maus im Gaming-Test? Klingt nach Fremdkörper. Tatsächlich zeigt die Razer Pro Click V2 Vertical Edition aber, wie stark sich der Markt ausdifferenziert hat. Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Ladekabel natürlich auch der entsprechende USB-Dongle. Die Verarbeitungsqualität der Maus ist, wie wir es von einem Razer-Produkt erwarten: sehr hoch. Die Daumenseite ist angenehm geriffelt und die Seite der Primärtasten in einem leicht angerauten Kunststoff. Nichts wackelt und das Mausrad sitzt fest – kann dafür aber nicht wie bei der Basilisk links beziehungsweise rechts geklickt werden.
Persönlich haben wir noch nie eine ergonomische Maus zum Spielen benutzt und der erste Eindruck ist, dass wir die ProClick V2 mit einem ordentlichen Händedruck begrüßen. Der Clou dahinter: Dadurch dreht sich der Unterarm weniger stark ein, was Sehnen, Handgelenk und Muskulatur entlastet. Und das fühlt sich erstaunlich gut an. Für Menschen, die täglich viele Stunden mit der Maus arbeiten oder spielen, kann das ein handfester Komfortgewinn sein.
Mit rund 150 Gramm ist die Pro Click V2 Vertical allerdings ein echter Brocken. Schnelle Bewegungen wie Flicks sind zwar möglich, fühlen sich aber naturgemäß träger an als mit einer leichteren E-Sport-Maus wie beispielsweise der Logitech Pro X2 Superstrike.
Der verbaute Sensor bietet bis zu 30.000 DPI, 550 IPS und 50 G. Für Office-Arbeit ist das natürlich völlig überdimensioniert, fürs Gaming dagegen genau richtig.
Wir haben die Maus auf fast 21 G beschleunigen können und dabei eine maximale Geschwindigkeit von 932 IPS erreicht. Was beim unrealistischen Testszenario aufgefallen ist: Eine ergonomische Maus lässt sich viel schwieriger schnell bewegen.
Schön: Die versprochenen 1000 Hertz attestiert uns die Testsoftware ebenfalls. Womit wir zum Gaming kommen. Die Pro Click V2 Vertical hat uns im Test positiv überrascht. Zugegeben: Es braucht etwas Gewöhnungszeit. Unserem Empfinden nach vor allem in Shootern wie „Counter-Strike“, um mit der Maus zu spielen. In Rollen- und Strategiespielen fiel uns die Umgewöhnung deutlich leichter.
Das hat einen Grund: In Shootern drehen wir die DPI-Empfindlichkeit herunter, um bei Schreckmomenten nicht zu verziehen. Die niedrige DPI führt dazu, dass wir die Maus häufig auf dem Pad neu aufsetzen müssen. Mit der ergonomischen Form fühlte sich das anfangs unangenehm an – als würde uns die Maus aus der Hand flutschen. Tut sie aber nicht. Wer eine ergonomische Maus zum Zocken sucht, den macht die Pro Click V2 Vertical glücklich.
Und natürlich sind die Tasten programmierbar. Per Synapse-Software lässt sich hier ein Profil einstellen.
Bei der Verbindung ist die Maus flexibel: 2,4-GHz-Funk, Bluetooth und USB-C-Kabelbetrieb. Das macht sie vor allem für gamende Büroarbeiter interessant. Der integrierte Akku wird per Kabel geladen, weiterarbeiten oder weiterspielen ist dabei problemlos möglich.
Fazit: Die Razer ProClick V2 Vertical Edition ist die passende Maus für überlastete Sehnen. Wer eine ergonomische Maus zum Zocken und fürs Büro sucht, kommt an ihr nicht vorbei.
5. Pulsfire Haste 2
Die HyperX Pulsefire Haste 2 ist in diesem Vergleich die Maus, die am stärksten nach E-Sport duftet, ohne sich preislich in Luxussphären zu verabschieden, wie wir es bei der Logitech Pro X2 Superstrike erlebt haben. Sie ist leicht, schlank, schnörkellos – und ganz klar auf Shooter ausgelegt.
Sie wiegt 60 Gramm und ist damit auf dem Niveau der Logitech-Maus. Ihr Lieferumfang umfasst natürlich Ladekabel, Dongle und Maus an sich. Ihre Verarbeitungsqualität lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Alle Tasten sitzen fest, nichts wackelt oder rattert. Ihr Mausklick fühlt sich für uns am normalsten an.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich HyperX nicht zu irgendwelchen Sperenzchen hinreißen lässt und ganz normale mechanische Schalter verbaut. Das gerasterte Scrollrad bleibt funktional, die Haupttasten mit HyperX-Switches sollen bis zu 100 Millionen Klicks aushalten.
Ihre Form ist symmetrisch, könnte für unsere Hände aber etwas wuchtiger am Handballen sein. Schön empfanden wir die Einwölbungen an den Primärtasten. Die sind zwar auch bei der SteelSeries Rival 3 und der Razer Basilisk zu finden, aber bei der Haste 2 einen Tick tiefer. Wir empfinden das als etwas angenehmer. Das Mausrad ist gerastert. Unter dem Mausrad befindet sich noch eine Taste, mit der wir zwischen voreingestellten Profilen wechseln können.
Der HyperX-26K-Sensor liefert bis zu 26.000 DPI, 650 IPS und 50 G. In der Praxis ist das – wie bei fast allen Oberklasse-Mäusen – weit mehr, als normale Nutzer ausreizen. Wichtig ist aber: Diese Reserven signalisieren, dass der Sensor auch bei hektischen Bewegungen stabil bleibt. Zur Erinnerung: Gerade in Shootern zählt nicht, ob eine Maus theoretisch 26.000 DPI erreicht, sondern ob sie bei 800 oder 1600 DPI kompromisslos sauber bleibt.
Natürlich haben wir die Maus wie verrückt über das Mauspad gejagt. Und wieder schafften wir keine 50-G-Beschleunigung. Was für Sie bedeutet: Mehr als 40 G sind wohl rausgeschmissenes Geld. Immerhin war die maximale Geschwindigkeit der Inches per Second doppelt so schnell wie die angegebenen 650 IPS, bei der der Sensor noch präzise arbeitet. Aber auch hier gilt: 650 IPS Schnelligkeit wird kein Mensch beim Zocken wirklich erreichen, denn ein vernünftiges Aiming ist so nicht möglich.
Wichtig: Die Haste 2 gibt es als Kabelversion und Wireless. Per Kabel sind 8000 Hertz möglich, ohne 1000 Hertz. Das bestätigt auch die Testsoftware. Beim Zocken erwies sich die Maus als äußerst zuverlässig. Gefühlt kommt sie – mit Ausnahme der Tasten – sehr nah an die Logitech Pro X2 Superstrike heran. In „Counter-Strike“ wirkte sie präzise. In „World of Warcraft“ sind uns die Seitentasten positiv aufgefallen. Sie lassen sich gut voneinander unterscheiden und sind leicht zu erreichen. Insgesamt überzeugte die Haste 2 beim Gaming.
Die HyperX-Software erlaubt die üblichen Anpassungen bei DPI, Polling-Rate, Tasten und Profilen. Positiv aufgefallen ist uns dabei die Übersichtlichkeit der Software. HyperX beschränkt sich bei der Haste 2 und der Software aufs Wesentliche und das gefällt.
Fazit: Die HyperX Haste 2 ist die ideale Maus für preisbewusste Shooter-Spieler. Sehr gute Verarbeitung, übersichtliche Software, kein Schnickschnack.
Gaming-Mäuse: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Wie wichtig sind die DPI?
DPI beschreibt die Schnelligkeit der Maus auf dem Bildschirm, also wie viele „Dots per Inch“ (Punkte pro Zoll) sie maximal zurücklegen kann. Die meisten Gamer nutzen eine DPI-Einstellung von 800 bis 1000. Je höher die DPI eingestellt sind, desto schneller bewegt sich die Maus und desto ruhiger muss die Hand sein. Der DPI-Wert sagt dabei wenig über die Qualität des Sensors aus. Wichtiger sind die folgenden Werte.
Was ist IPS bei einer Gaming-Maus?
IPS steht für Inches per Second und ist der deutlich wichtigere Wert als DPI. Er beschreibt, wie viele Zoll die Maus auf dem Mauspad zurücklegt, ohne dass sie dabei Informationen verliert. Und genau dieser Wert entscheidet, wie präzise eine Gaming-Maus tatsächlich arbeitet.
Wichtig ist das vor allem für Shooter-Spieler, denn die nutzen in der Regel eine niedrige DPI, weshalb sie große Bewegungen auf dem Mauspad durchführen müssen. Als Faustregel gilt hier, dass eine sehr gute Maus etwa Werte ab 600 IPS und aufwärts bietet. Für normale Gamer reichen in der Regel auch Werte um die 300 IPS.
Was ist die G-Beschleunigung?
Ein ähnlicher Wert, den Hersteller in diesem Kontext angeben, ist die sogenannte G-Beschleunigung. Der G-Wert bemisst die Erdbeschleunigung. 1 G sind ungefähr 9,81 Meter pro Sekunde zum Quadrat. Dieser Wert gibt an, wie die Maus von links nach rechts bewegt werden kann, ohne dass sie ihr Tracking verliert. Gaming-Mäuse bieten in der Regel einen Beschleunigungswert von 30 bis 50 G. Das reicht auch vollkommen aus, denn aus einer Armbewegung heraus vermögen Menschen einen G-Wert von rund 20 G zu erreichen. Im Test mussten wir uns schon ganz schön anstrengen, um die gemessenen Werte zu erreichen – und lagen um Längen hinter dem, was die Mäuse bieten.
Was ist die Polling-Rate?
Die Polling-Rate beschreibt die Abtastrate der Maus, also wie schnell sie Signale an den Computer schickt. Bei einer Polling-Rate von 1000 Hertz braucht die Maus circa 1 Millisekunde, um ihre Daten an den PC zu schicken, bei 8000 Hertz sind es nur 0,125 Millisekunden.
Ist eine höhere Polling-Rate besser?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Theoretisch ist eine höhere Polling-Rate besser. Praktisch aber selten – aus mehreren Gründen. Erstens: Eine höhere Abtastrate frisst mehr Akku. Die Maus muss häufiger geladen werden. Zweitens: Viele Spiele kommen mit Polling-Raten über 1000 Hertz gar nicht zurecht, weil sie schlicht nicht dafür programmiert wurden.
Drittens: Bei 8000 Hertz bekommt die CPU achtmal so viele Daten. Ältere Rechner kann das überlasten, was zu Lags führt. Viertens: Auch andere Hardware – Grafikkarte, RAM oder Prozessor – kann das Signal der Maus verzögern beziehungsweise die Latenz erhöhen. Dann bringen 8000 Hertz an der Maus schlicht nichts, wenn das Signal an anderer Stelle ausgebremst wird.
Fünftens braucht selbst ein Reiz vom menschlichen Auge, der im Gehirn verarbeitet wird, circa 50 bis 80 Millisekunden, um im Hirn anzukommen. Sechstens liegt die normale menschliche Reaktionszeit bei circa 220 Millisekunden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei so vielen technischen und menschlichen Flaschenhälsen 1000 Hertz dicke ausreichen.
Für wen lohnt sich eine 8000-Hertz-Maus dann? Für Gamer, die von sich wissen, dass sie mit dem Placebo-Effekt der besten Hardware besser spielen – und einen High-End-Computer besitzen.
Welche Switches gibt es?
Wie bei Tastaturen auch unterscheiden sich die Tasten einer Maus. Normale Mäuse arbeiten mit mechanischen Schaltern, die das Signal auslösen. Dann gibt es Mäuse, deren Schalter ein Lichtsignal durchkreuzen, was einen Klick auslöst (optisch). Und dann gibt es die Logitech Pro X2 Superstrike, die induktive Schalter hat, deren Auslöseweg in der Distanz verändert werden kann. All das mag für Profigamer interessant sein. Dem Rest genügen mechanische Tasten.
Wie wichtig sind Gewicht und Form?
Hier scheiden sich die Geister. Eine Zeit lang gab es Gaming-Mäuse, die mit Zusatzgewicht schwerer gemacht werden konnten. Aktuell geht der Trend in Richtung superleicht. Entscheidend ist weniger, wie schwer oder wie leicht die Maus ist, sondern was sich für Sie persönlich besser anfühlt.
Gleiches gilt für die Form. Welche für Sie passt, entscheidet sich vor allem darin, wie Sie die Maus in die Hand nehmen. Es gibt Gamer, die Krallen sich die Maus, winkeln also Zeige- und Mittelfinger an. Dann gibt es welche, die legen ihre Hand und ihre Finger eher auf. Die meisten Mäuse sind symmetrisch, weil das am kompatibelsten mit den meisten Griffarten ist.