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Milliardenklage: Tinder-Gründer verklagen Mutterkonzern und werfen Ex-Chef sexuelle Belästigung vor

Schlammschlacht bei Tinder: Drei Gründer und weitere Ex-Mitarbeiter verklagen den Mutterkonzern der Dating-App wegen Finanzmanipulation auf zwei Milliarden Dollar Schadenersatz. Außerdem werfen sie dem Ex-Chef schwere persönliche Verfehlungen vor.

Tinder

Tinder-Gründer Sean Rad und seine Getreuen verklagen den eigenen Mutterkonzern

DPA

Der Mutterkonzern der Dating-App steht unter juristischem Beschuss: Mitarbeiter aus dem Gründungsteam von Tinder verklagen die Inhabergesellschaften InterActiveCorp (IAC) und Match Group auf zwei Milliarden Dollar Schadensersatz, weil sie sich finanziell über den Tisch gezogen fühlen. Unter den zehn Klägern sind auch die Mitgründer Sean Rad, Jonathan Badeen und Justin Mateen. Ex-CEO Rad war jahrelang das prominenteste Gesicht von Tinder.

Die Kläger werfen den Inhabergesellschaften vor, den Unternehmenswert von Tinder vor der Verschmelzung mit dem Mutterkonzern künstlich kleingerechnet zu haben. Dadurch seien die Aktienoptionen der Gründer und frühen Mitarbeiter weniger wert gewesen und ihnen viel Geld entgangen.

Tinder-Konzern weist Vorwürfe zurück

Die hierzulande bekannteste Dating-App war 2012 gegründet worden und ist Teil der Match Group, die sich wiederum zu 80 Prozent im Besitz des IAC-Konzerns befindet. Zur Match Group gehören auch andere Dating-Portale wie OkCupid, PlentyOfFish, und Match.com. Seit 2015 ist die Match Group an der Technologiebörse Nasdaq gelistet, der Wert der Aktie hat sich seitdem verdreifacht. An der Wertsteigerung haben die Tinder-Kläger nach eigener Aussage eine vertragliche Beteiligung vereinbart. Eine höhere Bewertung von Tinder hätte den Klägern auch ein größeres Stück vom Kuchen beschert.

Eine tragende Rolle bei der zu schlechten Tinder-Bewertung soll laut Klage der IAC-Manager und frühere Tinder-CEO Greg Blatt gespielt haben. Gegen Blatt erheben die Kläger zudem schwere persönliche Vorwürfe: Er soll die Marketing-Chefin Rosette Pambakian auf einer Weihnachtsfeier im Jahr 2016 sexuell belästigt haben.

Der IAC-Konzern und die Match Group wiesen die Vorwürfe der Klage gegenüber US-Medien als haltlos zurück. In einem öffentlichen Statement schießen sie gegen den vor einem Jahr ausgeschiedenen Sean Rad und seine Mitstreiterin Alexa Mateen zurück. Die beiden hätten es wohl nicht verwunden, dass Tinder nach ihrem Ausscheiden einen derart großen Erfolg gehabt habe. 

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