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TOURISTIK: TUI steigert trotz Reiseflaute operativen Gewinn

Europas größter Reisekonzern TUI hat trotz der Reiseflaute im dritten Quartal seinen Gewinn gesteigert, bleibt aber für 2003 mit Prognosen zurückhaltend.

Dennoch liegt das Ergebnis für die gesamten ersten neun Monate 2002 aufgrund einer schwachen ersten Jahreshälfte weiterhin deutlich unter dem Vorjahr. Wie Tui mitteilte, ging der Konzernumsatz im dritten Quartal zwar um 7,5 Prozent auf 6,83 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) stieg dennoch zum Vorjahreszeitraum leicht um fünf Prozent auf 509 Millionen Euro und damit noch etwas stärker als von Analysten erwartet. Auch der Reingewinn lag mit 287 Millionen Euro um zehn Prozent über dem Vorjahreswert. Grund für das im Vergleich zum ersten Halbjahr deutlich verbesserte Konzernergebnis sind der Zwischenbilanz zufolge unter anderem die nur noch leichten Einbußen in der Touristik.

Bilanz weiter deutlich unter Vorjahr

Der Konzerngewinn für die ersten neun Monate blieb aufgrund des schwachen ersten Halbjahres mit 159 Millionen Euro gleichwohl fast 60 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei einem Umsatzrückgang von fast zwölf Prozent auf 16,1 (Vorjahr: 18,3) Milliarden Euro verlor Tui operativ fast 25 Prozent und erzielt damit ein Ebta von 626 (832) Millionen Euro. Vor allem die Sparten Logistik und Energie verloren auch im dritten Quartal - wie schon im ersten Halbjahr - an Ertragskraft.

Touristik nur mit leichten Einbußen

In der Kernsparte Touristik, die mittlerweile mehr als 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, fiel der Umsatzrückgang schwächer aus. Nach neun Monaten büßte der Marktführer in Europa mit 9,87 Milliarden Euro Reiseumsatz 7,2 Prozent zum Vorjahr ein. Das operative Ergebnis ging noch stärker um 16,7 Prozent auf 503 Millionen Euro zurück. Im dritten Quartal, in denen Reisekonzerne in Europa ihr Hauptgeschäft machen, schnitt Tui mit nur noch leichten Einbußen bei Umsatz und Ergebnis aber besser ab. Die mit 10,6 Prozent starken Umsatzeinbußen in Deutschland wurden vor allem in Großbritannien annähernd ausgeglichen, so dass unter dem Strich die Reisesparte mit 4,58 Milliarden Euro nur 1,4 Prozent einbüßte. Obgleich auch das operative Ergebnis um 1,7 Prozent auf 519 Millionen Euro zurückging, bewertete Konzernchef Michael Frenzel dies als »sehr gutes Ergebnis«.

Verkäufe können Ergebnis pushen

Für das Gesamtjahr erwartet Tui weiterhin ein zufrieden stellendes Ergebnis, allerdings operativ unter dem Rekordwert des Vorjahres von 811 Millionen Euro. Die operativen Einbußen könnten möglicherweise noch durch Einnahmen aus geplanten Verkäufen, etwa im Immobilien und Energiebereich, ausgeglichen werden, teilte Tui mit. Der Schuldenstand bei Tui reduzierte sich im dritten Quartal nach Konzernangaben von 5,3 Milliarden Euro Ende Juni auf 4,8 Milliarden Euro. Ziel ist, den Stand der Verbindlichkeiten bis Mitte 2003 auf vier Milliarden Euro zu senken.

Vorsichtige Prognose für 2003

Für das kommende Jahr sieht der Konzern ein nicht näher konkretisiertes prozentual einstelliges Wachstum in der Touristik. Da bei der Kundschaft der Trend zum späten Buchen von Reisen anhalte, werde TUI in den nächsten Monaten vorrangig daran arbeiten, sein Geschäftsmodell noch flexibler zu gestalten. Die Programme zur Kostensenkung, die in diesem Jahr mindestens 160 Millionen Euro erreichen sollten, sollen auch 2003 »konsequent fortgeschrieben werden«.

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