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ÜBERNAHME: Bayer übernimmt Aventis CropScience

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer übernimmt den Pflanzenschutzhersteller Aventis CropScience für 7,25 Milliarden Euro. Und die Schulden sind auch schon drin.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer übernimmt den Pflanzenschutzhersteller Aventis CropScience für 7,25 Milliarden Euro einschließlich Schulden. Der Vertrag sei mit den Eigentümern Aventis und Schering unterzeichnet, teilte Bayer am Dienstag in Leverkusen mit. Früheren Angaben zufolge belaufen sich die Schulden auf rund zwei Milliarden Euro. Aus der größten Übernahme in der Firmengeschichte erwartet Bayer Synergien von etwa 500 Millionen Euro pro Jahr. Den Einsparungen stehen einmalige Aufwendungen von rund 500 Millionen Euro für die Eingliederung gegenüber, wie Bayer weiter mitteilte.

Mit der Übernahme werde Bayer seine Ertragskraft deutlich steigern und zu einem der führenden Unternehmen in den Sparten Pflanzenschutz und Biotechnologie werden, erläuterte Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider. Bayer will die gesamten Pflanzenschutz-Aktivitäten in eine eigenständige Gesellschaft unter dem Bayer-Dach mit dem Namen »Bayer CropScience« mit Sitz in Monheim überführen. Bayer CropScience erreiche in diesem Jahr ein Geschäftsvolumen von 6,5 bis 7,0 Milliarden Euro und soll bis 2005 eine Umsatzrendite von 20 Prozent aufweisen.

Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen

Die Übernahme werde aus Fremdmitteln finanziert, eine Erhöhung des Eigenkapitals sei nicht vorgesehen, teilte Bayer weiter mit. Vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden werde die rechtliche Übernahme im ersten Quartal 2002 erfolgen. Der Berliner Pharmakonzern Schering erwartet aus dem Verkauf seines Anteils an Aventis CropScience nach eigenen Angaben einen Erlös von 1,5 Milliarden Euro. Aventis hält 76 Prozent an Aventis CropScience, Schering 24 Prozent.

Bayer übernehme keine Gewährleistungen für eventuelle Schadenersatzforderungen aus dem gentechnisch modifizierten Mais Starlink, bestätigte Bayer erneut. Die Maissorte war in den USA in Nahrungsmitteln aufgetaucht, obwohl sie für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen ist. Die Starlink-Technologie von Aventis CropScience und alle damit verbundenen potenziellen Verpflichtungen seien nicht Gegenstand des Vertrags und verblieben beim Aventis-Konzern.

Aventis hatte im November 2000 angekündigt, CropScience bis Ende 2001 verkaufen zu wollen, um sich voll auf das Pharmageschäft zu konzentrieren. Seit Mitte Juli führte Aventis exklusive Verhandlungen mit Bayer. Bereits Anfang August hatte der Leiter des Bayer-Geschäftsbereichs Pflanzenschutz, Jochen Wulff, der auch die neue Gesellschaft Bayer CropScience leiten wird, vor Analysten gesagt, die Übernahme stehe vor dem Abschluss.