Übernahme Oracle kauft Sun für 7,4 Milliarden Dollar


Kaum sind die Verhandlungen mit IBM geplatzt, schon gibt es einen neuen Käufer für den amerikanischen Server-Hersteller Sun Microsystems. Der SAP-Konkurrent Oracle übernimmt das Unternehmen für 7,4 Milliarden Dollar.

Im Kampf um den US-Computerkonzern Sun Microsystems hat es eine überraschende Wendung gegeben. Nachdem sich der weltgrößte Computerhersteller IBM vor kurzem zurückgezogen hat, übernimmt jetzt der Softwarehersteller Oracle den Konzern für insgesamt 7,4 Milliarden Dollar inklusive Schulden. Je Sun-Aktie bietet der SAP-Konkurrent Oracle den Angaben vom Montag zufolge 9,50 Dollar, zehn Cent mehr als IBM und 42 Prozent mehr, als das Papier am Freitag gekostet hatte.

Oracle-Anleger reagierten angesichts der schwachen Sun-Geschäftszahlen alles andere als euphorisch: Der Aktienkurs fiel im vorbörslichen Handel um 4,2 Prozent, während die Anteilsscheine von Sun um 37 Prozent in die Höhe schossen.

Oracle-Chef Larry Ellison, der sein Unternehmen mit zahlreichen Übernahmen zum zweitgrößten Softwarehersteller gemacht hat, rechnet damit, dass die Übernahme bereits im ersten Jahr den Gewinn steigern wird. Branchenexperten zufolge will sich Oracle mit der Übernahme vor allem im Konkurrenzkampf mit IBM stärken. Oracle ist der weltweit größte Anbieter von Datenbank-Software.

Der Sun-Konzern, der einst die Java-Software erfand, hat sich nie ganz vom Platzen der Internet-Blase erholt und machte in fünf der vergangenen acht Jahre Verluste. Die Aktie des Unternehmens kostete zur Hochzeit der Internet-Euphorie bis zu 260 Dollar - vor Beginn der Fusionsspekulationen war das Papier für weniger als fünf Dollar zu haben. Im letzten Quartal 2008 wies Sun einen Verlust von 209 Millionen Dollar aus.

Wegen der Talfahrt streicht Sun derzeit jeden fünften seiner weltweit gut 30.000 Arbeitsplätze und gilt bereits seit längerem als Übernahmekandidat. Der Konzern macht etwa 40 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Computern, 15 Prozent mit der Datenspeicherung und 40 Prozent mit IT-Dienstleistungen, die bei vielen Telekom-Firmen und Banken zum Einsatz kommen. In Deutschland beschäftigt Sun 1450 Mitarbeiter. Hier hat der Konzern eine Zentrale in München und weitere Niederlassungen unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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