US-Immobilienkrise Bank feuert fast alle Mitarbeiter


Das Ende der US-Hypothekenbank American Home steht kurz bevor. Das wegen der Immobilienkrise in Schlingern geratene Unternehmen trennt sich per sofort von 90 Prozent seiner Mitarbeiter. Und die Krise bei der deutschen IKB ist offenbar noch nicht ausgestanden.

Der US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage stellt nach der Krise in der Branche den Großteil seines Geschäfts ein und setzt 90 Prozent seiner Mitarbeiter vor die Tür. Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen unmittelbar vor dem Antrag auf Gläubigerschutz steht.

American Home werde die Zahl der Mitarbeiter ab sofort auf 750 kürzen müssen, teilte das Unternehmen mit. Ende 2006 betrug die Zahl der Mitarbeiter noch 7409. Ein Großteil der Geschäfte werde eingestellt. "Der Bankrott ist der nächste logische Schritt", sagte der Branchenanalyst Steve Delaney von JMP Securities.

Die Hypothekenbank hatte kürzlich mitgeteilt, selbst keine Kredite mehr zu bekommen. An der Börse war daraufhin bereits das Überleben der Firma in Frage gestellt worden - die Aktien fielen um 90 Prozent auf 1,04 Dollar.

American Mortgage gehört zu den großen Hypotheken-Anbietern der USA. Die Branche steckt angesichts von Rückzahlungsproblemen der US-Eigenheimbesitzer in einer tiefen Krise. Rund 50 Finanzierer sind inzwischen bankrott oder haben sich selbst verkauft.

Im Zuge der Krise in den USA ist auch die Düsseldorfer IKB Industriebank ins Schlingern geraten, die sich über US-Immobilienanleihen abgesichert hatte. Erst das Eingreifen von nahezu des gesamten deutschen Bankenwesens, allen voran der staatlichen KfW, hat die IKB vor den Aus gerettet. Doch ganz ausgestanden ist die Krise nicht, denn jetzt hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Ein Ermittlungsverfahren laufe derzeit nicht

"Wir beobachten die Sache", sagte Staatsanwalt Peter Lichtenberg zur Nachrichtenagentur Reuters. Ein Ermittlungsverfahren laufe derzeit aber nicht. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, der IKB-Aufsichtsrat prüfe, ob Anzeige gegen den IKB-Vorstand erstattet werde. Das Management habe die Finanzlage des Instituts entweder völlig falsch eingeschätzt oder gelogen. Die IKB wollte das nicht kommentieren.

Nach Informationen der "Börsen-Zeitung" soll auch die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apo-Bank) in größerem Umfang in den riskanten US-Investments engagiert sein. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte hingegen, die Apo-Bank sei von der Krise am US-Hypothekemarkt nicht beeinträchtigt. "Aktuell besteht kein nennenswerter Abschreibungsbedarf", teilte die Bank mit.

DPA/Reuters DPA Reuters

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