Trump-Drohungen Iran versetzt Armee in höchste Alarmbereitschaft – Gasexplosion in Hafenstadt

Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami
Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami  (m.) nimmt an einer Abschlussveranstaltung für Absolventen einer Militärakademie teil
© Iranian Army / Handout / Imago Images
Kommt es zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran? In einer iranischen Hafenstadt gab es eine Explosion, die Armee ist in Alarmbereitschaft. 

Nach den Angriffsdrohungen von US-Präsident Donald Trump hat der Iran seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Armeechef Amir Hatami warnte zudem die USA am Samstag vor einem "Fehler, mit dem sie ihre eigene Sicherheit gefährden" würden. 

Inmitten der verschärften Spannungen haben sich in dem Land mehrere Explosionen ereignet. Eine ereignete sich in der Hafenstadt Bandar Abbas an der iranischen Golfküste. Eine Person sei getötet und 14 Menschen verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Nach Angaben der Feuerwehr sei der Unfall von einem Gasleck verursacht worden. Es habe sich Gas in dem beschädigten Gebäude angesammelt, das dann explodiert sei, sagte der Chef der örtlichen Feuerwehr im Staatsfernsehen,

Irans Armeechef Hatami teilte unterdessen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit, dass die Streitkräfte "in volle Verteidigungs- und Kampfbereitschaft" versetzt worden seien. "Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden", warnte er zudem. Teheran nutzt den Begriff "zionistisches Regime" für Israel - beide Länder sind tief verfeindet und streiten um Einfluss in der Region.

Donald Trump: Wir haben eine große Armada

Trump hatte zuvor erneut mit US-Militärangriffen gegen das Land gedroht, falls sich Teheran einem neuen Atomabkommen verweigere. Der US-Präsident verwies am Freitag zudem auf US-Kriegsschiffe, die er in Richtung Iran geschickt habe: "Wir haben eine große Armada, Flotte, nennen Sie es wie sie wollen, die gerade Kurs auf den Iran nimmt, sogar größer als das, was wir in Venezuela hatten", sagte er.

Eine Antwort auf die Frage, ob er einen ähnlichen Militäreinsatz wie in Venezuela plane, falls kein Abkommen mit dem Iran zustande komme, lehnte Trump ab. Anfang Januar hatten US-Spezialkräfte den linksnationalistischen venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro in Caracas gefangengenommen und nach New York gebracht, wo ihm der Prozess gemacht werden soll.

Trump zeigte sich zugleich überzeugt, dass Teheran am Ende einem Abkommen über das umstrittene Atomprogramm des Landes zustimmen werde. "Ich kann eines sagen, sie wollen einen Deal vereinbaren", sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die Frage, ob er dem Iran eine Frist für ein Abkommen zu seinem Atomprogramm, seinem Raketenprogramm oder anderen Themen gesetzt habe, antwortete Trump: "Ja, das habe ich". Wann diese Frist ausläuft, sagte Trump nicht. Dies wisse nur der Iran.

Iran will über Atomwaffenprogramm verhandeln

Teheran hatte sich kurz zuvor zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden und dürften keine Debatten über die Raketenbestände oder Verteidigungskapazitäten seines Landes beinhalten, forderte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Besuch in Istanbul. Konkrete Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern zur Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran gibt es nach seinen Angaben aber bislang nicht.

Die Explosion am Samstag in Bandar Abbas ereignete sich dem Staatsfernsehen zufolge in einem mehrstöckigen Gebäude. Dabei seien große Zerstörungen angerichtet worden. Es sei eine Untersuchung der Ursache der Explosion eingeleitet worden, erklärte der  Katastrophenschutzleiter der südiranischen Provinz Hormosgan, Mehrdad Hassansadeh.

AFP · DPA
tis

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos