HOME

VERKEHR: Bahn fährt wieder tief in die roten Zahlen

Das Geschäftsergebnis im ersten Halbjahr lag bei minus 231 Millionen Euro, der Umsatz wurde aber gesteigert. Die Auswirkungen des Hochwassers können noch nicht abgeschätzt werden.

Mit Sanierungen und Neuinvestitionen ist die Deutsche Bahn AG im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gefahren. Nach dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Halbjahresbericht belief sich das Geschäftsergebnis in den ersten sechs Monaten auf minus 231 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es bei minus 28 Millionen gelegen. Gleichwohl steigerte die Bahn trotz anhaltenden Rückgangs im Verkehr den Umsatz um 0,4 Prozent. Auch das betriebliche Ergebnis nach Zinsen war mit minus 235 Millionen Euro um 160 Millionen besser als geplant.

Schwache Konjunktur

Das Minus von 4,4 Prozent bei den Leistungen im Personenverkehr auf 34.293 Millionen Personenkilometer und 1,4 Prozent im Güterverkehr auf 39.218 Millionen Tonnenkilometer führte die Bahn auf eigene Streichungen von Angeboten und die schwache Konjunktur zurück. Angesichts des Umsatzzuwachses von 0,4 Prozent auf 7.694 Millionen Euro sprach sie von einem »zufrieden stellenden Ergebnis«. Das Wachstum führte sie »auf die positive Entwicklung in den Unternehmensbereichen Personenverkehr - hier insbesondere im Personennahverkehr - und Personenbahnhöfe« zurück.

Modernisierung belastet Ergebnis

Die hohen Belastungen rührten aus der Intensivierung des Modernisierungs- und Investitionsprogramms, erklärte das Unternehmen. Im einzelnen nannte es die »umfassende Sauberkeitsoffensive im Bereich der Personenbahnhöfe sowie höhere Investitionen und intensivierte Instandhaltungsmaßnahmen im Unternehmensbereich Fahrweg«. Die Brutto-Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen waren mit 3.951 Millionen Euro deutlich höher (plus 37,3 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten sank seit Jahresende 2001 um 2.409, seit 30. Juni 2001 um 7.377 auf 211.962 Mitarbeiter.

Optimismus für die 2. Jahreshälfte

Bahnchef Hartmut Mehdorn zeigte sich trotz der Einschränkungen durch die Hochwasserkatastrophe optimistisch für die zweite Jahreshälfte: »Die ersten Indikatoren in Schlüsselbranchen wie der Stahlindustrie zeigen jetzt eher wieder höhere Werte als im Vorjahreszeitraum«, erklärte er. Zu den Minuszahlen beim Geschäftsergebnis sagte er: »Wir modernisieren die Bahn und sind damit auf einem guten Weg. Temporär negative Ergebnisse müssen wir dabei wie geplant in Kauf nehmen. Trotz der erheblichen Herausforderungen halten wir bei einem Wiederanziehen der Konjunktur unverändert an einem Betrieblichen Ergebnis nach Zinsen von rund minus 550 Millionen Euro als Jahresziel fest.« Eine detaillierte Bewertung und Abschätzung der konkreten wirtschaftlichen Effekte der Flut wird jedoch erst in mehreren Wochen möglich sein.

Themen in diesem Artikel