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Volkswagen-Übernahme: Hat sich Porsche verhoben?

Geldmangel bei Sportwagenhersteller Porsche: Nach Medienberichten haben die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche finanzielle Schwierigkeiten bei der Übernahme des Wolfsburger VW-Konzerns. Das Unternehmen hingegen bestreitet die "rufschädigenden" Behauptungen.

Porsche hat einem Medienbericht zufolge finanzielle Probleme bei der Übernahme von Volkswagen. Die Porsche- Eigentümerfamilien Piëch und Porsche könnten die Übernahme nicht mehr aus eigener Kraft stemmen, berichtete das "manager magazin" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Deshalb plane der Sportwagenbauer eine Kapitalerhöhung und suche nach einem Großinvestor. Mit potenziellen Investoren aus dem arabischen Raum habe es bereits Gespräche gegeben. Infolge des Berichts sanken die Porsche-Aktien am Mittwoch um fast zwei Prozent.

Das Unternehmen hat die Gerüchte über eine drohende Kapitalknappheit und die Investorensuche unterdessen dementiert. "Das bestreite ich entschieden", sagte ein Porsche-Sprecher und nannte den Bericht "rufschädigend". "Unsere Finanzierungsprobleme sind nicht größer als bisher bekannt." Mit dem Porsche-Autogeschäft werde Porsche im laufenden Jahr mehr verdienen als die Zinsausgaben erforderten.

Der Porsche-Sprecher verwies darauf, dass sich der Sportwagenbauer Ende März einen neuen Kredit über zehn Milliarden Euro gesichert habe. Derzeit werde mit den Banken über eine Aufstockung auf 12,5 Milliarden Euro verhandelt. Damit soll die Erhöhung der Anteile an VW von derzeit knapp 51 Prozent auf 75 Prozent finanziert werden. Die fälligen Kreditzinsen könne Porsche aus eigener Kraft bezahlen.

Das Magazin berichtet dagegen, weil die Kreditgeber die Zinsen stark angehoben hätten, sei die Suche nach frischem Kapital notwendig geworden. Der Versuch von Porsche, deshalb einen Gewinnabführungsvertrag bei VW durchzusetzen, sei unter anderem am Widerstand von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gescheitert. Das Land hält rund 20 Prozent an VW, das VW-Gesetz sichert dem zweiten Großaktionär eine Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen.

In dem Bericht heißt es weiter, die Porsche-Spitze diskutiere nun, Porsche und VW zu einer neuen Holding zu verschmelzen, in der der Sportwagenbauer nicht mehr die Mehrheit hätte. In Wolfsburg und Stuttgart werde mit Hochdruck an einer neuen Unternehmensstruktur gearbeitet.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters
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