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Vorwürfe gegen Aldi: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Azubi-Misshandlung

Mit den Misshandlungs-Vorwürfen beim Discounter Aldi Süd beschäftigt sich nun auch die Staatsanwaltschaft. Auszubildende waren von Kollegen mit Frischhaltefolie gefesselt und gequält worden.

Nach den Misshandlungen von Auszubildenden bei der Billigsupermarkt-Kette Aldi-Süd hat die Staatsanwaltschaft Freiburg ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung eingeleitet. "Wir ermitteln seit Freitag zunächst gegen Unbekannt und prüfen, was bei Aldi in Mahlberg stattgefunden hat", sagte Behördensprecher Wolfgang Maier am Montag auf Anfrage. Meldungen wonach auch in der Zentrale von Aldi-Süd in Müllheim an der Ruhr ermittelt werde, wies Maier zurück. Zuständig für die Ermittlungen sei die Polizeidirektion Offenburg.

Bei den von der Aldi-Zentrale in Mülheim an der Ruhr im Kern bestätigten Misshandlungen waren missliebige Azubis gefesselt und ihre Gesichter dann mit Filzstiften beschmiert worden. Beim Fesseln sei die Frischhaltefolie derart stark gespannt gewesen, "dass ich kaum mehr atmen konnte", hatte der "Spiegel" einen der betroffenen Auszubildenden zitiert. Mit den sieben mutmaßlichen Verantwortlichen handelte Aldi einem Bericht von "Spiegel Online" vom Montag zufolge bereits die Aufhebung der Arbeitsverträge aus. Dabei seien auch Abfindungen geflossen.

Betroffen sind dem Bericht zufolge der Prokurist der Regionalgesellschaft, der Bereichsleiter und seine beiden Stellvertreter sowie drei beteiligte Lagerarbeiter. Aldi habe zunächst über fristlose Kündigungen nachgedacht, doch schließlich habe sich das Management für Aufhebungsverträge entschieden.

AFP / AFP