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Wall Street: Ex-Börsenchef unter Milliarden-Betrugsverdacht

Der Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq ist wegen Betrugsverdachts festgenommen worden. Bernard Madoff soll Investoren um mindestens 50 Milliarden Dollar betrogen haben - mit dem altbewährten Schneeballsystem.

An der Wall Street ist offenbar ein gigantischer Betrugsfall mit einem "Schneeball-System" im Volumen von 50 Milliarden Euro aufgeflogen. Die Behörden nahmen in der Nacht zum Freitag den 70-jährigen Bernard L. Madoff fest, der einst Chef der Technologiebörse Nasdaq war und seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street zählt. Er gab nach Angaben der Behörden zu, jahrelang Investoren mit einem Schneeball-System betrogen zu haben: Versprochene hohe Gewinne wurden also einfach mit dem Geld neuer Kunden bezahlt.

"Alles eine große Lüge"

Nach Angaben der Finanzaufsicht Sec hat der Betrug in den Jahren ein Volumen von 50 Milliarden Dollar erreicht. Madoff habe die Machenschaften zwei ranghohen Mitarbeitern seiner Firma gestanden, hieß es. Nach Informationen des "Wall Street Journal" handelte es sich dabei um seine Söhne. Sie hätten anschließend über einen Anwalt die Behörden informiert.

Den Vorwürfen zufolge hat Madoff gestanden, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. "Es war alles eine große Lüge." Anfang des Monats habe ein Kunde die Rückzahlung seiner Einlage von sieben Milliarden Dollar gefordert. Das hat offenbar das Schneeball-System zum Einsturz gebracht.

Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll. Die Bücher des Investment-Geschäfts, das Geld für reiche Kunden und Hedge-Fonds verwalten sollte, habe er stets unter Verschluss gehalten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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