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Mietpreis-Untersuchung WG-Zimmer lohnen sich nicht überall

Rund 500.000 Studienanfänger strömen bald wieder in die deutschen Städte. WG-Zimmer sind begehrt - doch sparen lässt sich dabei vor allem im Westen.

Einhundert Bewerbungen auf ein WG-Zimmer: Das ist in teuren Uni-Städten wie Köln oder München keine Seltenheit. Studenten, die eine Wohnung suchen, kämpfen sich durch überlaufene WG-Castings, erste Anbieter organisieren Mitbewohner-Speedates. Trotzdem stehen wenige Tage vor Vorlesungsbeginn noch einige ohne Dach überm Kopf da, müssen von den Eltern aus pendeln oder eine Wohnung im Nachbarort, weit weg vom Vorlesungsaal, beziehen.

In den kommenden Wochen wird der Kampf um das beste Zimmer wieder seinen Höhepunkt erreichen: Knapp 500.000 Studienanfänger strömen voraussichtlich an die deutschen Unis. Obwohl es immer schwerer wird, ein gutes Zimmer zu bekommen: Wohngemeinschaften sind unter den Studenten die beliebteste Art zu wohnen. Fast jeder Dritte wohnt laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks in einer WG. Dort hat man im Idealfall Mitbewohner, die bei Problemen im Studium und Liebeskummer zuhören, zusammen kochen und Partys feiern. Vor allem kann man aber ordentlich sparen.

Single-Wohnungen sind oft teurer

Das Immobilienportal "Immowelt" hat Mieten verglichen und festgestellt, dass sich eine WG finanziell wirklich lohnen kann. Bis zu 40 Prozent spart man demnach, wenn man sich die Wohnung teilt, statt alleine zu leben. Das Portal hat dafür die Quadratmeterpreise von Single-Wohnungen mit maximal 40 Quadratmetern und WG-geeigneten Wohnungen mit 80 bis 120 Quadratmetern verglichen. Die größte Ersparnis gibt es in Koblenz: Dort zahlt man in der WG vier Euro weniger pro Quadratmeter.

Single-Wohnungen werden einerseits oft voll eingerichtet vermietet, andererseits ist dort die Zielgruppe breiter als bei WGs. Während vorwiegend junge Menschen WG-geeignete Wohnungen in den Innenstädten nachfragen, gibt es in den Großstädten auch ältere Singles und alleinstehende Senioren, die eine kleine, zentrale Wohnung suchen.

WGs lohnen sich nur im Westen

Was die Ersparnis angeht, gibt es aber regional große Unterschiede: Während man in der WG  in Karlsruhe, Erlangen und Stuttgart noch rund dreißig Prozent sparen kann, lohnt sich gerade im Osten oft eine Singlewohnung. In Potsdam und Rostock sind WGs neun Prozent teurer, in Dresden und Erfurt vier.

Die Entscheidung zwischen geteilter und eigener Wohnung bleibt aber eher ein Luxusproblem. Laut Sozialerhebung leisten sich vor allem Studenten mit hoher Bildungsherkunft ein WG-Zimmer. Studenten mit wenig gebildeten Eltern wohnen dagegen häufig noch bei diesen, lediglich jeder fünfte zieht in eine WG. 

Die mit Abstand günstigste Lösung bietet ein Zimmer im Studentenwohnheim. 2012 zahlte man dafür durchschnittlich 240 Euro - 40 Euro weniger als in der WG und ganze 117 Euro weniger als in der Single-Wohnung. Doch auch hier gilt: Die Wartelisten sind meist ewig lang. Im Endeffekt müssen Studenten in den beliebten Städten oft nehmen, was sie kriegen können - und wenn sie sich das nicht leisten können, von Mama und Papa aus pendeln. 

amü

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