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Finanztest : Diese Portale bringen Immobilienbesitzer und Mieter zusammen

Neue Vermittlungsportale übernehmen den Maklerjob und schalten Mieter und Vermieter zusammen. Die Kosten für diesen Service sind zwar geringer als eine Maklercourtage - doch die Leistungen unterscheiden sich stark. Und auch hier fallen Gebühren an. 

In nachgefragten Stadtteilen ist die Wohnungssuche eine Qual.

In nachgefragten Stadtteilen ist die Wohnungssuche eine Qual.

Schwere Zeiten für Makler: Mit der Gesetzesänderungen gilt nun das Bestellerprinzip. Wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Jahrzehntelang mussten Mieter die 2,38 Nettokaltmieten an den Makler bezahlen - damit ist jetzt Schluss. Doch auch Immobilienbesitzer versuchen diese teuere Dienstleistung zu umgehen. Beste Aussichten für Vermittlungsportale, die Mieter und Wohnungsbesitzer zusammen bringen. 

Wohnung finden ohne Makler

"Finanztest" hat zehn dieser Vermietungsplattformen genauer unter die Lupe genommen. Die meisten funktionieren recht ähnlich - und das Prinzip erinnert stark an Partnervermittlung im Internet: Vermieter können ihre Wohnung dort in einer Anzeige mit Foto und Beschreibung inserieren. Wohnungssuchende legen sich ein Bewerberprofil an und hinterlegen dort ihre Unterlagen. Unterschiede bei den Plattformen gibt es vor allem bei der Art und Weise wie vermittelt wird und bei möglichen Zusatzangeboten. Und natürlich beim Preis: Einige Angebote sind für Mieter kostenlos, bei anderen Diensten müssen Vermieter nichts zahlen. Auch die Gebührenhöhe variiert stark. 

Service für Mieter kostenlos

Die ungewöhnlichste Methode bietet wohl Smmove.de: Der Vermieter gibt eine Wunschmiete ein - und die Interessierten können die Wohnung dann ersteigern. Allerdings muss der Vermieter nicht denjenigen einziehen lassen, der das Höchstgebot abgegeben hat. Dieser Service ist für Mieter kostenlos, Vermieter zahlen bei Vertragsabschluss 25 Prozent einer Kaltmiete plus Mehrwertsteuer. 

Doch andere Portale bitten die möglichen Mieter zur Kasse. Bei Faceyourbase.de zahlen Interessenten für das Einstellen einer Anzeige und bei Vertragsabschluss 29 Euro. Bei Mietercasting.de wird ebenfalls eine Gebühr fällig, wenn der Mietvertrag unterschrieben wird: Zwei Prozent der Miete behält die Plattform.

Portale übernehmen Makleraufgaben

Doch nicht nur das Zusammenschalten der Mietparteien übernehmen die Portale, sondern einige Plattformen übernehmen auch klassische Makleraufgaben. Mitarbeiter zeigen Interessierten die Wohnung und organisieren auch die Wohnungsübergabe. So nimmt Moovin.de 79 Euro für eine Besichtigung. Die Übergabe kostet 99 Euro. Vendomo.de bietet das Komplettpaket: 499 Euro kostet es Vermieter von der Vermarktung bis zum Vertragsabschluss. Der Deutsche Mieterbund kritisiert allerdings die neuen Online-Plattformen. Prinzipiell seien die Portale aus Verbrauchersicht "nicht gut zu heißen", sagte ein Sprecher des Mieterbunds. Wohnungssuchende müssten dort einer "unbegrenzten Zahl" von Menschen zu viele Daten preisgeben. 

Ein wesentlicher Vorteil dieser Plattformen bleibt allerdings: Sie sind deutlich günstiger als Makler - und das für Mieter und Vermieter. 


Den vollständigen Vergleich der Vermietungsportale finden Sie gegen Gebühr unter www.test.de.