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VERSICHERUNGEN: Kaum Hochwasseropfer mit Versicherungs-Schutz

Nur neun Prozent der Hausrats-Versicherungen decken Hochwasserschäden ab. Viele Menschen stehen nach den Unwettern vor dem Ruin.

Nur ein geringer Teil der von der Flutkatastrophe betroffenen Mieter, Haus- und Wohnungseigentümer können mit Hilfe ihrer Versicherungen rechnen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, decken nur neun Prozent der insgesamt 25 Millionen abgeschlossenen Hausratversicherungen Hochwasserschäden ab. Bei den Wohngebäudeversicherungen sind es sogar nur drei Prozent der insgesamt 18 Millionen Verträge.

Alte DDR-Verträge mit Schutz

In der Regel müssen Schäden durch Naturkatastrophen als Extrabaustein an die Hausrat- und Gebäudeversicherungen angekoppelt werden. Nur die alte DDR-Haushaltsversicherung - eine Kombination aus Hausrat und Haftpflicht - beinhaltet so genannte Elementarschäden durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen grundsätzlich. Sechs Millionen dieser Verträge wurden nach der Wende von der Allianz übernommen, die Hälfte davon besteht nach Angaben des Unternehmens heute noch. Die DDR-Gebäudeversicherungen, von denen noch 800.000 gültig sind, beinhalten die Schäden durch Naturkatastrophen dagegen nicht grundsätzlich. Allerdings haben 60 Prozent der Versicherten noch zu DDR-Zeiten eine entsprechende Zusatzpolice abgeschlossen.

Nur jeder zehnte mit Extra-Versicherung

Beim Abschluss neuer Hausratversicherungen bezieht nur jeder zehnte den Schutz vor Naturkatastrophen ein. Dabei ist er nach GDV-Angaben grundsätzlich für jeden Hausrat- und Gebäudeversicherten möglich. Nur sechs Prozent der Haushalte lägen in der hochgefährdeten Zone, in der ein Versicherungsschutz problematisch sei, sagte GDV-Sprecher Stephan Schweda. »Wenn sie in der Kölner Altstadt eine Kneipe haben, wird es beispielsweise schwierig.« Allerdings sei auch in regelmäßig von Hochwasser betroffenen Gebieten ein Versicherungsschutz möglich, wenn etwa das betroffene Gebäude etwa durch Baumaßnahmen zusätzlich gesichert werde.

Erste Schadensstationen eingerichtet

Bei den Versicherungen sind bereits die ersten Schadensmeldungen von Flutopfern eingegangen. Die Allianz hat nach Angaben von Sprecherin Sabine Wolf im Erzgebirge die ersten beiden »Schadenstationen« eingerichtet. Die dort eingesetzten Sachverständigen und Mitarbeiter des Innendienstes hätten Schecks im Gepäck, mit denen eine erste Soforthilfe für Betroffene geleistet werden könne.

Hotline geschaltet

In der nächsten Woche sollen weitere Stationen der Allianz in Regionen eingerichtet werden, in denen das Wasser bereits abgelaufen ist. Zudem sei rund um die Uhr eine Hotline (0341-9761888) für Flutopfer geschaltet.

Schnelle Hilfe

Auch andere Versicherungen haben Maßnahmen zur schnellen Hilfe eingeleitet. Die Gothaer Versicherung entsandte beispielsweise zusätzliche Mitarbeiter in die Katastrophenregionen, die nach Unternehmensangaben in Härtefällen Vorschusszahlungen vor vollständiger Schadenaufnahme leisten können. Zudem wurde ein zentrales »Schaden-Center« eingerichtet, an das sich Versicherte unter 01803-308308 wenden können.