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Hochwasser in Pakistan: Dammbruch am Indus bedroht Großstadt Thatta

Während die Flut immer näher rückt, fliehen die Einwohner der pakistanischen Großstadt Thatta in Massen aus ihren Häuser. Allein in der Umgebung der Stadt sind 2,3 Millionen Menschen ohne Obdach. Wann sie zurückkehren können und was sie dort vorfinden werden, ist noch völlig unklar.

Ein weiterer Dammbruch am Fluss Indus hat die Lage für die Hochwasseropfer im Süden Pakistans am Samstag verschärft. Die Behörden erwarteten eine Überflutung von Außenbezirken der Großstadt Thatta im Laufe des Tages. Mehr als 175.000 Einwohner haben die Stadt bereits verlassen.

Landesweit sind mehr als acht Millionen Menschen dringend auf Soforthilfe angewiesen. Aus Protest gegen eine unzulängliche Versorgung mit Hilfsgütern blockierten Flutopfer in Thatta am Samstag eine Straße. Die Helfer "behandeln uns wie Bettler", klagte eine 80-Jährige. "Sie werfen einfach mit der Nahrung. Es ist entwürdigend." Die Hilfsgüter werden häufig von Lastwagen in die Menge geworfen. Viele Bedürftige gehen so leer aus.

Seit Beginn der Flutkatastrophe sind vom gebirgigen Norden Pakistans bis zum landwirtschaftlichen Kernland im Süden fast 17,2 Millionen Menschen von den Wassermassen erheblich und direkt geschädigt worden, schätzen die UN. Etwa 1,2 Millionen Häuser sowie die Infrastruktur wurden zerstört.

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