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Polizei warnt Betrug bei Hochwasser-Spenden und verzweifelten Opfern: So können Sie sich schützen

Hochwasser in Prüm
Das Hochwasser hat in Teilen Deutschlands, wie hier in Prüm, schwere Schäden verursacht
© Augst / Eibner-Pressefoto / Picture Alliance
Nach dem Hochwasser ist die Not groß, die Spendenbereitschaft aber auch. Einige Betrüger machen sich die Situation jedoch zunutze, warnt die Polizei in Köln.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat bisher mindestens 164 Menschen das Leben gekostet, viele mehr stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. In den betroffenen Gebieten haben Menschen durch die Fluten teilweise ihr Hab und Gut oder sogar ihr Haus verloren. Im Rest des Landes ist die Anteilnahme groß, aus ganz Deutschland gehen Spenden ein. Doch einige Betrüger versuchen, aus der Not anderer Profit zu schlagen.

Die Polizei in Köln ruft deshalb zu erhöhter Vorsicht auf. Das gilt sowohl für Menschen, die direkt von den Überschwemmungen betroffen sind, als auch für solche, die zu helfen versuchen. Konkret berichtet die Polizei von drei Fällen, in denen Hochwasser-Geschädigte Bautrockner bei Fake-Shops im Internet bestellt hatten, die gar nicht existierten. Die Kaufsumme hatten sie bereits vorab überwiesen. In einem ähnlichen Fall führte eine Elektrik-Firma schon bezahlte Reparaturarbeiten nicht aus.

Hochwasser-Betroffene sollten auf Spontaneinkäufe verzichten

Auch bei Spenden ist ein umsichtiges Vorgehen geboten – vor allem in den sozialen Netzwerken. So kopierten nach Angaben der Polizei Betrüger ein Foto einer vom Hochwasser zerstörten Wohnung aus dem Internet und baten damit selbst online um Spenden. Der Post wurde mittlerweile wieder entfernt – ob jemand auf den Betrugsversuch hereingefallen ist, ist nicht bekannt. Seriöse Spendenmöglichkeiten sind große, bekannte Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Stiftung stern, die ebenfalls Geldspenden sammelt und diese wirklich auch an Betroffene weiterleitet.

Vom Hochwasser Betroffenen rät die Polizei, auch in der Notsituation auf Spontaneinkäufe zu verzichten: "Bevor Sie ein Produkt in den Warenkorb eines Online-Shops legen, sollten Sie den Preis des Produkts bei anderen Anbietern wie dem Händler vor Ort vergleichen. Denn Betrüger locken ihre Opfer mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen." Außerdem ist es ratsam, online nach Bewertungen für den jeweiligen Shop zu suchen oder bei einer Verbraucherzentrale nachzufragen. Zahlungen sollten am besten im Lastschriftverfahren geleistet werden, da das Geld im Notfall zurückgerufen werden kann. Grundsätzlich rät die Polizei: "Wenn Sie sich unsicher sind, kaufen Sie  am besten gar nicht im gewählten Shop. Sie sollten das gewünschte Produkt nur beim Händler Ihres Vertrauens erwerben."

Wer bereits Geld an Betrüger überwiesen hat, sollte sich bei seiner Bank informieren, ob die Zahlung wieder rückgängig gemacht werden kann. Sämtliche Belege für den Kauf oder den Auftrag sollten gesichert werden. Anschließend können Opfer bei der Polizei Anzeige erstatten, um den Kriminellen möglichst das Handwerk zu legen.

Quelle:  Polizei Köln

epp

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