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Wirtschaftsklima: Stimmung im Euro-Raum sinkt auf Rekordtief

Die Konjunkturflaute hat Europa fest im Griff: Der Geschäftsklimaindex im Euroraum hat sich nach Angaben des Ifo-Instituts zum sechsten Mal in Folge verschlechtert und einen historischen Tiefpunkt erreicht. Besonders in Deutschland und den Niederlanden habe sich die Lage eingetrübt.

Das Wirtschaftsklima im Euro-Raum hat zu Jahresbeginn einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der Geschäftsklimaindex sei im ersten Quartal auf 45,8 Zähler gefallen, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mit. Das sei bereits der sechste Rückgang in Folge seit Ende 2007. Zum Jahresende 2008 lag der Index noch bei 50,8 Punkten.

Die Stimmung habe sich "in allen Ländern des Euroraums verschlechtert und liegt auf einem historischen Tiefpunkt", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. In erster Linie sei die aktuelle Lage von den befragten Experten drastisch schlechter bewertet worden. Der entsprechende Index liege mit 41,1 Punkten auf dem tiefsten Stand seit 1994. Besonders in Deutschland und den Niederlanden habe sich die Situation seit der letzten Befragung im Herbst eingetrübt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate hellten sich dagegen zwar etwas auf, blieben aber weiter "stark unterkühlt", erklärte Sinn.

Am ungünstigsten werde die derzeitige wirtschaftliche Situation in Frankreich, Irland, Portugal, Spanien und Italien beurteilt, teilte Sinn weiter mit. Deutlich besser als im Durchschnitt werde die aktuelle Situation dagegen in Österreich, Finnland, der Slowakei und Slowenien eingeschätzt.

Entwarnung gaben die Experten für die Preisentwicklung. Die Teuerungsrate werde im Jahresschnitt bei 1,6 Prozent liegen. 2008 hatte es im Sommer eine Rekordinflationsrate von vier Prozent gegeben. Eine deutliche Mehrheit der Experten erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins von derzeit zwei Prozent weiter senken wird.

Das Wirtschaftsklima für den Euroraum wird vom Münchner Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit der internationalen Handelskammer in Paris erhoben und basiert für das erste Quartal 2009 auf der Einschätzung von 268 Experten aus Unternehmen und Institutionen.

AP/Reuters / AP / Reuters