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Wirtschaftskrise: Postbank schreibt tiefrote Zahlen

Erstmals seit über einem Jahrzehnt ist die Postbank im vergangenen Jahr wieder in die Verlustzone gerutscht. Das Kreditinstitut meldete einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro. Auch für das laufende Jahr erwartet die Bank erhebliche Schwierigkeiten.

Die Postbank hat im vergangenen Jahr wegen der weltweiten Finanzkrise erhebliche Verluste eingefahren. Das Institut, das bald zum Teil der Deutschen Bank gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag vor Steuern von 974 Millionen Euro, wie das in Bonn ansässige Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Im Jahr zuvor hatte noch ein Vorsteuergewinn von 992 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

Postbank-Chef Wolfgang Klein stellte für dieses Jahr weitere Belastungen in Aussicht. Es sei damit zu rechnen, dass die angespannte Situation an den Märkten die Ertragslage weiterhin beeinträchtigen werde, kündigte er an. Zudem sei wegen steigender Kreditausfälle eine höhere Risikovorsorge vor allem außerhalb Deutschlands zu erwarten. Der Vorstand bekräftigte dennoch das Ziel, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften.

Grund für das Minus 2008 waren Belastungen von insgesamt über einer Milliarde Euro, die vor allem im vierten Quartal anfielen. So musste die Postbank allein 336 Millionen Euro auf das Engagement bei dem Pleite gegangenen US-Institut Lehman Brothers abschreiben. Hinzu kamen Wertkorrekturen auf Kreditpapiere sowie erhebliche Belastungen durch den Abbau von Wertpapierbeständen. Die Bank ist seit einigen Monaten dabei, risikobehaftete Papiere zu verkaufen und nimmt dafür negative Auswirkungen auf ihren Gewinn in Kauf. Der Abbau der Portfolios werde künftig noch stärker forciert, kündigte der Vorstand an.

Im operativen Geschäft machte die auf deutsche Privat- und Geschäftskunden spezialisierte Bank dagegen Fortschritte. Der Zinsüberschuss legte um 255 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro zu. Das Provisionsergebnis kletterte um zwei Millionen auf 1,4 Milliarden Euro.

Die Kernkapitalquote, eine der wichtigsten Kennziffern zur Beurteilung der Kapitalkraft einer Bank, lag Ende des Jahres dank einer Kapitalerhöhung durch die Muttergesellschaft Post bei 7,4 Prozent. Das ist international gesehen relativ gering, im Vergleich zu früheren Kapitalquoten der Postbank aber deutlich besser. Im September des Jahres war die Quote wegen Abschreibungen auf nur noch 5,5 Prozent gesunken.

Reuters/AP / AP / Reuters