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Beratung: Wie und wo Sie Hilfe finden

Als Konsument sind Sie nicht allein - ein Netz von Verbraucherzentralen, Schlichtungsstellen und Fachanwälten unterstützt Sie beim Kampf für Ihr Recht.

Schritt 1: Vorsorge

Sie möchten eine größere Anschaffung machen? Informieren Sie sich noch vor dem Kauf über das Produkt. Zum Beispiel bei der Stiftung Warentest. Die vergleicht Angebote jeder Art und veröffentlicht ihre Ergebnisse jeden Monat in den Zeitschriften "Test" und "Finanztest" und unter www.stiftung-warentest.de. Bei komplizierteren Geschäften werden Sie von den örtlichen Verbraucherzentralen gut beraten: In den Beratungsstellen (je nach Problem 5-150 Euro), am Telefon (1,86 Euro pro Minute), per E-Mail (kostenlos) oder auf der Internetseite www. vzbv.de.

Eine Rechtschutzversicherung zur Vorsorge lohnt nur bei häufigen Konflikten - sie ist sehr teuer. Dafür übernimmt sie zwar bei einem Rechtsstreit Anwalts- und Prozesskosten, allerdings nur bei Aussicht auf Erfolg, bis zu einer festgelegten Summe und oft erst drei bis sechs Monate nach Vertragsabschluss. Über Rechtsschutzversicherungen informiert, neben Stiftung Warentest und den Verbraucherzentralen, der Bund der Versicherten: Telefon: 04193/94222 oder www.bundderversicherten.de.

Schritt 2: Beratung

Bekommen Sie als Verbraucher dennoch Probleme, helfen oft schon gute Ratgeber. Zum Beispiel: Fokke Fock, "Praxis-Lexikon Verbraucherrecht", Droemer Knaur, 2002, 366 Seiten, 8,90 Euro. Oder: Bernd Ivens, "Das neue Verbraucherrecht von A bis Z", Goldmann, 2002, 192 Seiten, 6,90 Euro. Sind Ihre Probleme komplizierter, wenden Sie sich am besten an eine Verbraucherzentrale. Dort wird man Sie über Ihre Rechtsmöglichkeiten beraten und Ihnen im Ernstfall einen Anwalt vermitteln. Zusätzlich haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Rechtsberatung bei Ihrem zuständigen Amtsgericht, wenn Sie ein geringes Einkommen und keine Rechtsschutzversicherung haben.

Schritt 3: Schlichtungsverfahren

Als Verbraucher lohnt sich bei Problemen erst einmal ein Schlichtungsverfahren: Das kostet deutlich weniger als ein Rechtsstreit, außerdem ist das Ergebnis nicht bindend. Klagen können Sie also immer noch, Sie sollten nur auf die Verjährungsfristen achten. Die beste Anlaufstelle für Schlichtungsverfahren ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (Telefon: 030/203080) oder www.dihk.de. Er hat zahlreiche Schlichtungsstellen, von denen aber nicht alle Verbraucherbeschwerden behandeln. Alternativ können Sie sich an die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit wenden, die allerdings wesentlich teurer ist: Telefon: 0221/285520 oder www.dis-arb.de.

Schritt 4: Rechtsstreit

Konnten Sie den Streit nicht gütlich beilegen, ist es Zeit für einen Anwalt. Der wird Sie sowohl bei einem Vergleich als auch vor Gericht vertreten. Die Anwaltskosten trägt fast immer der Verlierer des Prozesses. Sollten Sie keine Rechtsschutzversicherung und ein geringes Einkommen haben, erhalten Sie vom Staat ganz oder teilweise Prozesskostenhilfe. Auf der Suche nach dem richtigen Anwalt helfen Ihnen die Verbraucherzentralen und Anwaltsvereine; außerdem der Anwalt-Suchservice (Telefon 0180/525 45 55 für 12 Cent pro Minute oder www.anwaltsuchservice.de) und die Deutsche Anwaltauskunft (Telefon 0180/518 18 05 für 12 Cent pro Minute oder www.anwaltauskunft.de).

Dokumentation: Inka Schmeling / print