HOME

Kfz-Versicherung: Das Prämienkarussell dreht sich

Die neuen Typenklassen und Regionaleinstufungen, nach denen die Versicherungsprämie berechnet wird, liegen vor. Teurer wird es für Autofahrer in Berlin und Hamburg - und für Fahrer von Golf und Seat Ibiza.

Die Karten für die diesjährige Kfz-Versicherungsrunde sind gemischt. Nach den Typklassen der einzelnen Autos liegen auch die neuen Regionaleinstufungen vor. Damit ist erneut Rechnen und Vergleichen angesagt. Denn alljährlich werden die Klassen und Indexwerte, von denen die Prämienhöhe abhängt, von unabhängigen Treuhändern neu festgelegt. Als Basis werden dafür die regionalen Unfallzahlen des vergangenen Jahres, Schadenhäufigkeit und Reparaturkosten bei den einzelnen Fahrzeugen herangezogen. Wer dadurch mehr zahlen soll, kann seinen Vertrag kündigen. Für neue Versicherungsverträge kommen die Typ- und Regionalklassen ab sofort zur Anwendung, bei bestehenden Policen zur so genannten Hauptfälligkeit, meist zum 1. Januar des neuen Jahres. Käufer eines Neu- oder Gebrauchtwagens sowie Halter, die den Wechsel zu einer günstigeren Versicherung erwägen, sollten sich vorher über die neuen Einstufungen informieren, um nicht unversehens eine finanzielle Überraschung zu erleben.

Veränderungen bei der Versicherung erfragen

Wer den Gang zum Versicherungsvertreter sparen will, kann die neuen Typ- und Regionalklassen auch beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (DGV) in Berlin erfragen. Sie sind auch auf der Website abrufbar. Wie sich eine Veränderung des Indexwertes nach oben oder unten auf den Beitrag der jeweiligen Kfz-Versicherung auswirkt, muss allerdings beim Versicherer erfragt werden.

Wollen Sie Ihre Kfz-Versicherung wechseln?

Bei den jetzt veröffentlichten Regionalklassen für die bundesweit 444 Zulassungsbezirke gibt es laut GDV nur geringe Änderungen. Nur die Stadt Lahnstein rutschte in der Statistik um drei Klassen nach oben, dort dürften die Prämien spürbar teurer werden. Dagegen wurden die Hansestadt Wismar und Dessau (Sachsen-Anhalt) um zwei Stufen herabgesetzt.

Für drei Viertel der Fahrer bleibt alles gleich

In der Regionalstruktur für die Vollkasko ändert sich für drei Viertel der Autofahrer nichts. Teurer wird diese allerdings für Autobesitzer in den zwei zahlenmäßig größten Zulassungsbezirken Berlin und Hamburg. Diese rutschen je eine Klasse nach oben. Auch bei der Teilkasko gibt es maximal Umstufungen um eine Klasse. Dort behalten fast 80 Prozent der Versicherungsnehmer ihre Klasse.

In der Kfz-Haftpflicht schlägt sich der günstige Schadenverlauf im brandenburgischen Zulassungsbezirk Oder-Spree preissenkend nieder. Der Indexwert (bundesweiter Durchschnitt = 100) wurde dort mit 78,53 festgelegt. Die teure "rote Laterne" trägt wie im Vorjahr der Landkreis Kaufbeuren (120,66). Dresden, bei der Regionalklasse 2002 noch Schlusslicht, ließ durch günstigen Schadenverlauf inzwischen 40 andere Zulassungsbezirke hinter sich.

Vollkasko in Brake am billigsten

Bei Vollkasko fährt man am günstigsten in Brake (Kreis Wesermarsch), ermittelten die Experten weiter. Am teuersten wird es im Landkreis Ostallgäu (Indexwert 133,19). In der Teilkasko ist Würzburg (54,96) gut dran, der vorpommersche Kreis Uecker-Randow (235,80) am schlechtesten.

Bei den schon vorher veröffentlichten Typklassen zählen Besitzer eines Citroen C8 2.0 zu den Siegern der jüngsten Neueinstufung. Ihr Wagen verbessert sich bei der Vollkasko-Prämie um vier Klassen. Ähnlich ist es in der Vollversicherung beim Mini Cooper S, der zwei Stufen gut machte. Auf der Verliererseite rangieren der Seat Ibiza 1.4 TDI und der Golf V 1.6. Für den Seat geht es in der Haftpflicht eine Stufe nach oben, in der Vollkasko gleich drei Ränge. Der Golf klettert in der Haftpflicht- und der Vollkasko um je zwei Klassen.

mit DDP
Themen in diesem Artikel