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Kfz-Versicherung: Auch nach dem Stichtag noch wechseln

Die Kündigungsfrist für die Kfz-Versicherung endet am 30. November. Viele Autofahrer können auch später noch wechseln. Bei einer Beitragserhöhung besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Die Kfz-Versicherungen werden teurer. Einerseits steigen die Kfz-Prämien auf breiter Front. Andererseits werden viele Autos in teurere Typklassen umgruppiert. Für die Betroffenen heißt das, sie können auch nach dem Stichtag, dem 30. November den Versicherer wechseln. Nach wie vor bestehen zwischen den Versicherern große Preisunterschiede. Etwa 32 Prozent können Autofahrer sparen, wenn sie von einem durchschnittlich teuren zu einem günstigen Anbieter wechseln. In Extremfällen kann die Ersparnis noch weit höher sein.

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Wie lange gilt das Sonderkündigungsrecht?
Es gilt einen Monat ab dem Zeitpunkt, an dem der Versicherungskunde seine Beitragsrechnung erhalten hat.

Wann muss der Versicherer spätestens seine Kunden informieren?


Erhöht der Versicherer den Beitrag, muss die Rechnung im November beim Kunden eintreffen. Ohne Prämienerhöhung kann die Gesellschaft die Beitragsrechnung auch noch im Dezember verschicken.

Woran erkennt der Kunde, dass er ein Sonderkündigungsrecht besitzt?


Die Rechnung enthält einen Hinweis, ob der neue Beitrag eine Sonderkündigung rechtfertigt. So schreibt es das Versicherungsvertragsgesetz vor.

Wann gilt ein Sonderkündigungsrecht?


Es besteht, wenn der Versicherer den Grundbeitrag erhöht. Das bedeutet, der Autofahrer müsste bei gleich bleibendem Schadenfreiheitsrabatt und gleichen Leistungen einen höheren Beitrag bezahlen.

Muss der Beitrag steigen, damit der Versicherte noch aus dem Vertrag aussteigen darf?


Oft darf der Versicherte kündigen, obwohl sein individueller Beitrag sinkt. Viele Kunden erhalten im neuen Jahr einen höheren Schadenfreiheitsrabatt. Wenn der Beitrag dann nicht um denselben Prozentsatz sinkt, besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Muss die Ursache immer sein, dass der Versicherer den Preis anhebt?


Auch wenn der Versicherer an der teureren Prämie keine Schuld trägt, darf der Kunde kündigen. Das gilt, wenn eine Einstufung in eine teurere Regional- oder Typklasse den Preisanstieg verursacht.

Und wenn nicht die Gesamtprämie, sondern zum Beispiel nur die Haftpflicht teurer wird?


Selbst wenn nur ein Vertragsbestandteil (Haftpflicht oder Kasko) erhöht und der andere günstiger wird, hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Theoretisch könnte der Versicherer eine Kündigung wegen eines teureren Kaskobeitrags erschweren. Denn er müsste nur diesen Vertragsbestanteil auflösen. Der Haftpflichtvertrag würde dann bestehen bleiben und einen separaten Kaskovertrag kann der Kunde bei keinem anderen Anbieter abschließen. Auf solche Tricks verzichten Versicherer aber im Allgemeinen.

Wer im Dezember wechselt, hat vielleicht am 1. Januar noch keinen neuen Versicherungsschein.


Wenn späte Versicherungswechsler am 1. Januar noch keine neue Police haben, können sie beruhigt bleiben. Nach dem Abschluss bestätigt der Versicherer, dass der Vertrag angenommen wurde. Dann besteht voller Versicherungsschutz. Wichtig ist aber, dass die erste Rechnung umgehend bezahlt wird.

Kra

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.