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Krankenhauszusatzversicherungen im Test: Chefarztbehandlung ab 32 Euro

Vorzugsbehandlung im Krankenhaus gibt’s für Kassenpatienten nur mit Zusatzversicherung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Angebote ist höchst unterschiedlich, wie ein "Finanztest"-Vergleich zeigt.

Wer als gesetzlich Versicherter im Krankenhaus wie ein Privatpatient behandelt werden will, braucht eine Krankenhauszusatzversicherung. Ein Vergleich der Policen lohnt sich, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis unterscheidet sich stark. Die Zeitschrift "Finanztest" untersuchte 33 Einbettzimmer- und 33 Zweibettzimmertarife und verglich die Angebote für Männer und Frauen. Ergebnis: Sechs Mal "sehr gut", aber auch sechs Mal "mangelhaft".

Sehr gute Tarife für einen 43-jährigen männlichen Modellkunden gibt es laut "Finanztest" ab 35 Euro pro Monat, für eine gleichaltrige Frau ab 32 Euro. Die teuersten getesteten Tarife kosten ungefähr das Doppelte. Die besten Versicherungen für Männer kamen von Huk-Coburg und DEVK, für die Frauen machten Huk-Coburg, LKH, Arag und Debeka die besten Angebote. In die Bewertung floss das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis ein sowie die Beitragsentwicklung der letzten Jahre.

Versicherungen garantieren freie Klinikwahl

"Eine Krankenhauszusatzversicherung ist sinnvoll, wenn Sie Wert auf die Chefarztbehandlung legen", schreibt "Finanztest". Der Vorteil liegt nicht nur darin, innerhalb eines Krankenhauses vom Chef behandelt zu werden. Ein weiteres Plus ist die Freiheit der Klinikwahl. Denn die Kasse übernehme nur die Kosten für das nächstgelegene Krankenhaus. Wer von einem renommierten Spezialisten in einer bestimmten Universitätsklinik operiert werden will, müsse den Aufpreis für das teurere Krankenhaus gegebenenfalls selbst tragen. Fast alle Zusatzpolicen übernehmen diese Mehrkosten.

Allein für die komfortablere Unterbringung lohne sich eine Krankenhauszusatzversicherung jedoch nicht unbedingt. Die Zuschläge für das bessere Zimmer könnten Patienten zur Not auch so bezahlen, meint "Finanztest".

Mit der Einführung der Unisex-Tarife am 21. Dezember verschwinden die Beitragsunterschiede zwischen Männern und Frauen. Für jüngere Männer bis Ende 30 und Frauen ab Mitte 40 sei es daher etwas günstiger, noch in diesem Jahr in einen alten Tarif einzutreten, schreibt "Finanztest". Ältere Männer und jüngere Frauen zahlten dagegen in einem Unisextarif möglicherweise weniger. Wichtiger als das Geschlecht sei aber das Alter: Ein 53-jähriger Mann zahlt für günstige Einbettzimmertarife 49 bis 63 Euro im Monat. Tritt er erst zehn Jahre später ein, beträgt die Prämie 66 bis 85 Euro. Wer Vorerkrankungen hat, zahlt sowieso mehr oder muss Leistungsausschlüsse hinnehmen.

Den kompletten Vergleich der Krankenhauszusatzversicherungen gibt es gegen Gebühr unter www.test.de

bak
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