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SERVICE: Auf Autounfall im Ausland vorbereitet sein

Rund 500.000 mal im Jahr scheppert es zwischen Fahrzeugen aus verschiedenen EU-Ländern. Die richtige Vorbereitung kann Ärger, Kosten und Zeitverlust sparen.

Ins Reisegepäck gehört die so genannte »Grüne Karte«, die in vielen europäischen Ländern zwar nicht mehr vorgeschrieben ist, im Notfall aber gute Dienste leistet. Sie gilt als Versicherungsnachweis und weist Telefonnummern von Büros aus, die über bürokratische Hürden helfen. Auch ein KFZ-Auslandsschutzbrief kann hilfreich sein.

Daten des Gegners festhalten

Nach einem Unfall sollten Name des Unfallgegners, Name und Anschrift seines Versicherers sowie Nummer des Versicherungsscheins notiert werden, rät Maximilian Maurer, Pressesprecher des ADAC in München. »Ganz wichtig ist, dass man so viele Dinge wie möglich sammelt.« Betroffene sollten daher auch Zeugennamen schriftlich festhalten und Fotos von den Schäden und der Umgebung machen.

Skizze nicht vergessen

Auch Skizzen und Hinweise zum Wetter können Maurer zufolge bei der Rekonstruktion des Geschehens helfen. Rechtsanwälte haben später einen schweren Stand, wenn ein Unfall lückenhaft dokumentiert und Zeugen nicht mehr auffindbar sind. In einigen Ländern lässt sich ein Fahrzeughalter im Nachhinein anhand des Kennzeichens nicht ermitteln. In Frankreich etwa gibt es hierfür keine zentrale Auskunftsstelle.

Polizei anfordern

Die Versicherungsbranche empfiehlt, nach einem Crash in jedem Fall die Polizei zu rufen sowie einen europäischen Unfallbericht auszufüllen und von der Gegenseite unterschreiben zu lassen. Man selbst sollte dagegen nichts unterschreiben, was man nicht verstehen kann, warnt Jochen Hövekenmeier vom Automobilclub AvD in Frankfurt. Möglicherweise unterzeichnet man sonst ein Schuldanerkenntnis, das sich später nicht mehr widerrufen lässt.

Internationaler Unfallbericht

Der internationale Unfallbericht wird zwar in verschiedenen Sprachen ausgefertigt, enthält jedoch Felder zum Ankreuzen und ist so über Sprachgrenzen hinweg verständlich. Die Formulare gibt es bei Versicherungen und Automobilclubs. Unfallgeschädigte sollten sich zudem eine Kopie des Polizeiprotokolls aushändigen lassen und umgehend ihre eigene Versicherung informieren.

Anwalt nicht vergessen

Für Reisende oft unüberschaubar sind die rechtlichen Besonderheiten im Ausland. Es gelten aber die Gesetze des Landes, in dem sich der Unfall ereignet hat. Es ist daher empfehlenswert, schon im Ausland einen Anwalt einschalten. Dies lässt sich über eine Versicherung im Heimatland oder den eigenen Automobilclub regeln. Die Clubs arbeiten mit ausländischen Partnerunternehmen und deutschsprachigen Rechtsanwälten zusammen, geben außerdem Tipps zur Reparatur und helfen beim Rücktransport des beschädigten Fahrzeugs.

Ausweg: »Mallorca-Police«

Hohe finanzielle Schäden können deutschen Autofahrern im Ausland auch ohne eigenes Verschulden entstehen, denn »es gibt Länder, in denen die Mindest-Deckungssummen sehr gering sind«, warnt Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) in Berlin. Schlimmstenfalls hat der Unfallgegner gar keine Versicherung und ist privat zahlungsunfähig. Der AvD rät daher, sich in Ländern mit niedrigen Deckungssummen nicht ohne die so genannte »Mallorca Police« hinters Steuer zu setzen. Dabei übernehmen die eigene Haftpflichtversicherung oder ein Schutzbrief Schäden, die mit einem Mietwagen im Ausland verursacht werden. Sonst können etwa in Spanien die Betroffenen laut AvD-Sprecher Hövekemeier t auf einem Großteil der Kosten sitzen bleiben.

Zusatzversicherung kann nicht schaden

GdV-Experte Brandenstein empfiehlt, sich darüber hinaus bereits vor der Reise durch weitere Zusatzversicherungen zur Haftpflicht und Kasko abzusichern. Die Versicherungsunternehmen HUK und Allianz etwa bieten so genannte Auslands-Schadenschutz-Versicherung an (zwischen 21,50 und 29,75 Euro pro Jahr). »Die erleichtert die Abwicklung im Schadensfall, weil sich der Versicherungsnehmer direkt an uns wenden kann«, sagt Holger Brendel von der HUK in Coburg. Die Unternehmen regulieren den Schaden nach deutschem Recht und übernehmen auch Nutzungsausfall und Ersatzwagen, wenn diese im Ausland nicht erstattet werden. Der Versicherungsnehmer muss sich zudem nicht selbst um den Rechtsstreit im Ausland kümmern.

Ab 2003 wird's besser

Etwas einfacher wird es für Autofahrer wohl im kommenden Jahr werden, denn dann wird die Vierte Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie umgesetzt, die für etwa 40 Staaten Erleichterungen schaffen soll. Dann müssen ausländische Versicherer auf Schadensersatz-Ansprüche zügiger reagieren. Außerdem soll es Ansprechpartner in Deutschland geben, die die Regulierung nach ausländischem Recht übernehmen.