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Versicherungsschutz Mit falschen Policen in den Ruin


Sechs Versicherungspolicen hat ein Bundesbürger im Durchschnitt. Doch Experten bezweifeln, dass der Großteil der Bürger richtig versichert ist. Eine existenzielle Gefahr - gerade für Familien.

Sechs Versicherungen für zusammen 1.384 Euro im Jahr. Soviel ist den Bundesbürgern nach Angaben des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) durchschnittlich in Deutschland ihr Versicherungsschutz wert. "Das heißt allerdings noch lange nicht, dass er mit seinen Policen auch wirklich gut versichert ist", sagen die Verbraucherschutzexperten. Vielmehr kosteten falsche oder zu teure Abschlüsse die Bundesbürger Jahr für Jahr Milliarden.

Wer optimalen Versicherungsschutz haben will, sollte sich nach dem GAU-Prinzip dem 'Größten Anzunehmenden Unfall' richten. Das heißt: Zuerst gehören die Risiken Tod, Invalidität und Haftpflicht abgesichert. Den Todesfall sollten insbesondere junge Familien, in denen es nur einen Hauptverdiener gibt, absichern. Noch kritischer wird es, wenn die Familie ein Eigenheim baut. Bauherren gehen meist jahrelange Kreditverpflichtungen ein. Stirbt der Hauptverdiener, kommen zur Trauer womöglich noch enorme finanzielle Sorgen auf die Hinterbliebenen zu. Wer glaubt, mit einer Kapital-Lebensversicherung ausreichend vorgesorgt zu haben, irrt meistens. Das Todesfallrisiko sei bei diesen Verträgen in der Regel nur mit einer geringen Summe abgedeckt, berichtet die Verbraucherzentrale. Anders dagegen bei der Risiko-Lebensversicherung, an die kein Sparvorgang gekoppelt ist.

Falscher Versicherungsschutz als Existenzrisiko

Aber auch bei Versicherungen, die nicht vom Schlimmsten ausgehen, lauern Probleme. Oft seien Auto-, Haftpflicht-, Unfall- oder Hausratversicherung zu teuer, nicht selten hätten Haushalte Verträge abgeschlossen, die sie gar nicht brauchten. "Und auch beim Thema Lebensversicherungen führt falsche Beratung oft zu gefährlichen Versorgungslücken im Alter", kritisiert der VZBV. Viele Bürger hätten keine Haftpflichtversicherung, aber eine kostenintensive Kapital- statt einer Risiko-Lebensversicherung, keine Berufsunfähigkeits- aber eine Unfallversicherung mit unnötigen Zusätzen. Hinzu kämen lückenhafte Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen sowie teure Rechtschutzversicherungen. Im Schadensfall werde falscher Versicherungsschutz womöglich sogar zum Existenzrisiko, warnen die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Sachsen.

Das Invaliditätsrisiko kann mit einer Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung abgedeckt werden. Letztere sei allerdings eine "Goldgrube" für Versicherer, meinen die Verbraucherschützer. Die Verbraucher ließen sich oft auf wenig vorteilhafte Extras ein wie Dynamik, Progression, Prämienrückgewähr, Übergangs-, Genesungs- und Tagegelder. Auf die wichtige Haftpflichtversicherung werde dagegen immer noch zu häufig verzichtet.

tk mit AP

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