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Zahnzusatzversicherungen: Damit Sie kraftvoll zubeißen können

Der gesetzliche Zuschuss für Zahnbehandlungen ist nur noch sehr gering. Deshalb überlegen immer mehr Menschen, dafür privat Vorsorge zu treffen. Bevor es zum Abschluss kommt, sollten aber einige Punkte geklärt werden.

Wer sich auf die Suche nach der passenden Police für eine Zahnzusatzversicherung machen möchte, bleibt meistens erst einmal im Dickicht der Versicherungsbedingungen hängen. Denn die vielen Leistungseinschränkungen, Ausschlüsse und sonstige Bedingungen füllen ganze Aktenordner. Den optimalen Schutz für die eigenen Ansprüche fördert deshalb nur eine individuelle Beratung zutage. Helfen können hier die Verbraucherzentralen, unabhängige Versicherungsberater und die Stiftung Warentest. Diese bietet in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest" eine Übersicht über alle am Markt vorhandenen Tarife.

Erstattung immer vom gesamten Rechnungsbetrag

Entscheidend ist bei jeder Zusatzversicherung natürlich die Frage: Wie viel Geld bekomme ich denn, wenn an meinen Zähnen etwas gemacht werden muss? Hier lohnt es sich, das Kleingedruckte sehr genau zu lesen. Denn die private Zusatzversicherung erstattet immer einen Prozentsatz der anfallenden Kosten. Wichtig ist deshalb, worauf sich dieser Prozentsatz bezieht.

Am sinnvollsten und überschaubarsten sind die Tarife, die sich am gesamten Rechnungsbetrag beteiligen. Bezieht sich der prozentuale Zuschuss nur auf den Kassenanteil, wird es heikel. Denn wer ein Bonus-Heft führt, bekommt mehr Geld von der gesetzlichen Kasse als jemand ohne Bonus-Heft. Und das hieße, dass die private Kasse dann weniger zahlt und denjenigen "bestraft", der seine Zähne gut pflegt und das mit dem Bonus-Heft auch dokumentieren kann.

Welche Leistungen sind versichert

Außerdem wichtig: Welche Leistungen sind versichert? Zahlt die private Kasse auch für aufwändigere Maßnahmen wie Implantate oder für kosmetisch eigentlich nicht notwendige Maßnahmen, beispielsweise an hinteren Zähnen? Und zahlt sie auch, wenn der Zahnarzt mehr berechnet als den Kassensatz, weil die Behandlung sehr aufwändig ist? Diese Punkte sollten geklärt sein, wobei gilt: je weniger Einschränkungen, umso besser.

Wichtig sind neben der Höhe der Erstattung auch die Wartezeiten. Wer heute eine Versicherung abschließt, kann sich nicht gleich morgen das Gebiss rundum sanieren lassen. Meistens werden erst sechs bis acht Monate nach Vertragsschluss die ersten Rechnungen bezahlt.

Schlechte Zähne erhöhen die Prämie

Entscheidend bei der Antragstellung ist auch, dass der Kunde genau Auskunft über den Zustand seines Gebisses gibt. Schlechte Zähne erhöhen die Prämie, weil der Versicherer dann mit einem Risikozuschlag kalkuliert. Wer jedoch bei den Fragen mogelt, riskiert den Versicherungsschutz. Denn solche Falschangaben führen fast immer dazu, dass die Versicherung im Fall einer Zahnbehandlung den Vertrag anfechten kann und nicht zahlen muss. Deshalb gilt: Die Anträge sollten immer sehr gewissenhaft und absolut ehrlich ausgefüllt werden, damit der Versicherungsschutz nicht gefährdet wird.

Oliver Mest/DDP / DDP
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