Endlich Neues vom Steiermark-Ableger der "Landkrimi"-Reihe von ORF und ARD! In Österreich liefen die Filme 13 und 14 bereits im Dezember, der erste davon, "Steirerwahn", wird am Donnerstagabend nun auch im Ersten ausgestrahlt. Diesmal ermitteln Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) aus Graz in den Morden an mehreren Edelschnapsbrennern auf dem Land.
Als Bergmann und Sulmtaler vor der durch einen Brandanschlag gezeichneten Leiche des Bauern Huber stehen, hat der coole Ermittler schon den ersten von noch vielen folgenden Feuer-Witzen auf den Lippen: "Ich glaub', heut zu Mittag lassen wir den Grillteller eher aus, oder?" Kollegin Sulmtaler kennt das ja schon, doch diesmal wirkt sie empfindlicher und nachdenklicher als sonst. Hat es mit ihrem neuen Interesse für Psychologie zu tun, dass sie so vieles hinterfragt, darunter ihren eigenen Job?
Der ermordete Huber war Brennmeister eines Bundes von Apfelbrennern, die einmal im Jahr Edelbrand nach einem streng geheimen mittelalterlichen Rezept herstellen. Die Bezeichnung "Schnaps" empfinden sie als Beleidigung. Es wirkt wie ein skurriles Hobby, vor allem wenn die Männer sich in Mönchskutten werfen und Fackeln tragend durch das dunkle Kellergewölbe schreiten. Doch es ist weitaus mehr als das, wie sich herausstellt. Und das Sagen im Männerbund hat ganz offensichtlich Reinhard Posch, herrlich unsympathisch gespielt vom scheidenden Wiener "Tatort"-Ermittler Harald Krassnitzer.
Der Mord wird zur Serie
Als wenig später eine Drohne einen Hochsitz in Brand setzt, in dem sich zwei weitere Apfelbrenner befinden, und einen von ihnen tötet, ist endgültig klar: Hier hat es jemand auf den Bund abgesehen. Ein naheliegender Verdächtiger scheint der bereits als Brandstifter bekannte Dominik zu sein. Doch nach einem Gespräch mit seinem Therapeuten Michael Haas (Stephan Luca) glaubt Anni nicht daran. Oder lässt sie sich von dem so charmanten wie attraktiven Mann beeinflussen, mit dem die Polizistin so ungewohnt schüchtern flirtet?
In Frage kommen aber auch all jene, die eine Drohne besitzen: Der Apfelbrennerbund selbst etwa. Nur Posch und Gerhard Schütz (Simon Hatzl) können das Gerät bedienen. Ist der Täter im eigenen Kreis zu finden? Oder hat das Ganze mit dem seltsamen und als Unfall abgehakten Tod des Brenners Johannes Laubner im vergangenen Jahr zu tun? Vor allem seine Schwester Petra (Jaschka Lämmert) glaubt nicht an einen Unfall. Und: Auch sie besitzt eine Drohne ... Aber wer hätte Laubner weshalb ermorden sollen? Ein weiterer Fall für Sulmtaler und Bergmann.
Die "Apfelmänner" gibt es wirklich
"Steirerwahn" wirft nicht nur immer wieder neue Fragen auf, vor allem beantwortet er für Ermittler wie Zuschauer auch viele spannende Fragen zum Vorgang des Schnapsbrennens. Schon mal etwas vom "Vorlauf" gehört, der ein giftiges Nebenprodukt enthält, das nicht nur zur Erblindung, sondern auch zum Tod führen kann?
Der so skurril wirkende Apfelmänner-Bund mit seinem mittelalterlichen Edelbrand und den Kutten und Fackeln hat übrigens einen realen Hintergrund. Claudia Rossbachers Romanvorlage des Steirerkrimis spielt im Ort Puch bei Weiz. Und hier gibt es genau einen solchen Bund, wie er in Buch und Film beschrieben wird. Für Interessierte: Der edle Schnaps trägt den Namen "Abakus", die Flasche kostet um die 100 Euro. – "Wieder was gelernt", wie Sascha Bergmann einmal sagt.
Wann der 14. Fall der Reihe, "Steirerstich", im Ersten zu sehen ist, steht noch nicht fest. Sicher ist: Er wird der letzte mit Anna Unterberger sein, die im 15. Fall von Maya Unger als Ermittlerin ersetzt werden wird.
Steirerwahn – Do. 12.02. – ARD: 20.15 Uhr