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Anfassen mit Folgen

Expertenrat

Dr. Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken in Göttingen, beantwortet Ihre Fragen:

Warum lösen einige Substanzen häufig und andere nie ein allergisches Handekzem aus? Damit ein Stoff als Allergen wirken kann, müssen seine Moleküle bestimmte Eigenschaften besitzen: Einerseits müssen sie so klein sein, dass sie die Schutzbarriere Haut passieren können. Außerdem müssen sie sogenannte proteinreaktive Strukturelemente wie zum Beispiel Aldehyde besitzen. Sind in einem Molekül mehrere davon vorhanden, kann diese Substanz als Allergen wirken und eine Allergie auslösen. Mehrere tausend Substanzen können aufgrund ihrer Struktureigenschaften als Allergene funktionieren. Davon spielen im Alltag etwa 400 eine Rolle. Vaseline enthält beispielsweise keine solcher proteinreaktiven Strukturelemente und löst deshalb auch keine Allergie aus.

Wie groß sind die Chancen, dass mein allergisches Handekzem vollständig heilt? Wenn Sie den Kontakt zur auslösenden Substanz konsequent vermeiden, verschwindet der Juckreiz durch kortisonhaltige Mittel meist sehr schnell und die Haut heilt wieder komplett ab. Gelegentlich kann sich allerdings ein chronisches Handekzem ausprägen, das Sie intensiv weiterbehandeln müssen. Haben Sie einmal auf einen bestimmten Stoff überempfindlich reagiert, bleibt die Allergie in der Regel lebenslang bestehen. Bei sicher vermeidbaren Auslösern kann die Allergie im Laufe der Zeit abnehmen. Sind Sie den Allergenen allerdings erneut ausgesetzt, können Sie rasch wieder ein Ekzem bekommen.

Wie kann ich ein allergisches Handekzem vermeiden? Hatten Sie noch nie ein allergisches Handekzem, müssen Sie keine besonderen vorbeugenden Maßnahmen treffen. Haben Sie schon einmal sensibel gegenüber einem Stoff reagiert, sollten Sie den Kontakt zum bekannten Allergieauslöser strikt meiden. Gehören Sie zu den sogenannten Polysensibilisierten, also zu den wenigen Menschen, die besonders oft Allergien bekommen und auf drei oder mehr Stoffe allergisch reagieren, haben Sie ein erhöhtes Risiko, noch weitere Allergien zu erwerben. Dann reagieren Sie häufig schon bei geringen Konzentrationen und schwachen Allergenen. Auch die Symptome sind bei Ihnen in diesem Fall stärker ausgeprägt. Polysensibilisierte sind also besonders empfindlich. So können sie beispielsweise auch auf Parabene reagieren. Das sind Konservierungsstoffe, die unter anderem in Kosmetika enthalten sind, die bei den meisten Menschen keinerlei Probleme verursachen. Haben Sie bekannte Allergien gegen mehrere Stoffe, sollten Sie nur allergenfreie Produkte verwenden.

Wolfgang Schillings
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