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14. April 2009, 11:35 Uhr

Kraft, Klarheit und Stil

Liebe Leserin, lieber Leser,

neu, Layout, Schneider

Andreas Petzold, Chefredakteur© Volker Hinz

der stern wandelt sich. Von dieser Ausgabe an erhalten Sie die gewohnte Text- und Fotoqualität in neuer Verpackung. Es ist das Werk unseres Art Directors Donald Schneider und seiner Mitarbeiter in den grafischen Abteilungen des stern. Schneider, 49, ein Schweizer mit amerikanischem Pass, ist im September 2008 zu uns gestoßen. Er begann seine Karriere in den 80er Jahren bei den Magazinen "East Village Eye" und "Fame" in New York, arbeitete bei "Tempo", und zuletzt prägte er über viele Jahre als Art Director das Gesicht der französischen "Vogue". Was ihn am stern reizt, bringt der erfahrene Gestalter in einem Satz unter: "Geschichten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Lebensart, Kultur und Mode, lange Bildstrecken, üppige Optik - das alles macht den stern zu einer einzigartigen Zeitschrift, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gibt." Nach behutsamen Veränderungen in den vergangenen Wochen ist mit dieser Ausgabe das neue Outfit des stern komplett. Die Attribute sind "Kraft, Klarheit und Stil", so Schneider. Schmalere Textspalten sollen beispielsweise den Lesefluss verbessern und den Grafikern größere Gestaltungsspielräume lassen. Wir alle, und insbesondere Donald Schneider, hoffen, dass Sie Gefallen finden am neuen Kleid des stern.

Ab Seite 124 beschäftigt sich das Auto-Ressort des stern noch einmal mit der Abwrackprämie. Anfangs gefeiert, rügen jetzt Ökonomen und Opposition den Nachschlag der Großen Koalition. Tenor: Das um 3,5 Milliarden Euro aufgestockte Programm verzerre den Wettbewerb, begünstige wenige, zumeist ausländische Autohersteller und lähme den Gebrauchtwagenhandel. Alles richtig. Auch der Vorwurf, die Regierung wolle sich damit im Wahljahr vor allem die Gunst der Wähler kaufen, ist nicht ganz falsch. Aber auf der anderen Seite fällt ein Aspekt deutlich schwerer ins Gewicht: Es ist der psychologische Effekt des Abwrack-Wahns. Die meisten Bürger nehmen das Geldgeschenk der Regierung als Gerechtigkeitsprämie wahr. Der Staat schüttet seine Milliarden nicht nur für marode Banken aus und lässt die Steuerzahler für die Fehler einiger Banker bluten. Nein, der sparsame Verbraucher wird gleichfalls bedacht. Ein bisschen wird Volkes Seele gekauft, um den ohnmächtigen Frust über das wirtschaftliche Desaster zu dämpfen. Das ist ein vernünftiges Ziel mit einem Mittel, das dafür nicht zu teuer ist.

Herzlichst Ihr
Andreas Petzold

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 17/2009

 
 
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