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23. August 2006, 17:54 Uhr

Hitler-Restaurant empört Juden

Bei diesem Restaurant hört für die jüdische Gemeinde Bombays der Spaß auf: Ein Gastronom hat sein Lokal nach Adolf Hitler benannt. Nun fordert Israel die Unbenennung, doch der Besitzer weigert sich strikt.

Das Restaurant "Hitler's Cross" in Bombay: Europäische Küche und indische Wasserpfeifen© Gautam Singh/AP

Auf den ersten, oberflächlichen Blick sieht es modern aus, das Restaurant in Bombay: Im modernen Schriftzug prangt der Schriftzug "Hitler's Cross" schwarz auf rot über dem Eingang. Im "O" von Cross umrandet ein weißer Kreis ein Hakenkreuz. Diese Art von Humor aber stößt zunehmend auf Widerstand in Indien sowie im Ausland. Vor allem Juden ist das nach Adolf Hitler benannte Restaurant mehr als ein Dorn im Auge. So fordert Israel nun die Umbenennung.

Der Generalkonsul Israels in Indien, Daniel Sohar Sonschine, sagte, er habe Anrufe besorgter Juden aus der ganzen Welt erhalten. Zonshine kündigte an, er werde sich mit dem deutschen und dem US-Generalkonsulat in Verbindung setzen und fordert die Umbenennung des Gasthofs. Er hoffe, dass die indischen Behörden dafür sorgten, dass der Massenmörder nicht durch die Benennung eines Lokals rehabilitiert werde, sagte er. Auch bei Scherzen gebe es Grenzen, die nicht überschritten werden dürften. Wenn ein Lokal namens "Hitlers Kreuz" die Gefühle einer Gemeinschaft wie der jüdischen verletze, komme das einer Straftat gleich.

Am Eingang von "Hitler's Cross" werden Besucher von einem riesigen Bild des Diktators begrüßt. Die kleine jüdische Gemeinde in Indien hatte entsetzt auf die Geschäftsidee des Inhabers reagiert. Der Wirt des jüngst eröffneten Restaurants, Puneet Sabhlok, lehnte eine Namensänderung strikt ab. Der britischen BBC sagte er: "So wie Hitler die Welt erobern wollte, will ich zumindest mein Gebiet durch das in meinem Restaurant servierte Essen erobern." Es gehe ihm aber nicht darum, für Hitler zu werben. Auch wolle er die 5000 Menschen umfassende jüdische Gemeinde Bombay, die mittlerweile eigentlich Mumbai heißt, nicht verärgern. Neben europäischem Speisen gibt es in dem Lokal einen Salon zum Rauchen der indischen Wasserpfeife.

DPA/Reuters
 
 
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