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"Häuser aus der Hölle"- Blog gewinnt Rechtsstreit gegen Immobilienportal

Auf ihrem Blog " McMansion Hell" überzieht Kate Wahne die Wohnträume ihrer Mitmenschen mit Hohn und Spott. Ein Immobilienportal wollte die Kritikerin stoppen – zog die Klage aber überraschend zurück.

Zu den vier Türmchen: "Wie die vier Reiter der Apokalypse (und kein einziger passt wirklich) 

Zu den vier Türmchen: "Wie die vier Reiter der Apokalypse (und kein einziger passt wirklich) 

Für Häuser, die ohne Geschmack und Stil aus Fertigteilen zusammengeschraubt werden, gibt es in den den schönen Namen "McMansions". So wie beim berüchtigten Mc-Burger geschmackloser Käse auf undefinierbaren Bratlingen gepappt wird, wird eben auch gebaut. Ganz nach Wunsch des Kunden werden Elemente des Tudorstils, gefakte Wandverkleidungen im Normandie-Look oder mexikanische Elemente auf die Leichtbauwände geklebt – ein Los Wochos der Architektur.

Gemeine Stil-Kritikerin

Den krassesten Geschmacksverirrungen widmet sich der Blog "McMansion Hell". Mit viel Herzensliebe und noch mehr Bosheit pflückt Kate Wahne dort die Alpträume von Hausbau und Inneneinrichtung auseinander. Manche Passagen erfreuen mit großer Sachkunde – etwa wenn Wahne sich der Evolution von Baustilen widmet. Die meisten Einträge lassen jedoch vor allem Spottlust erkennen.

"Die Heizungsrechnung für diesen Raum kostet mehr als meine Jahresmiete" und "Die Einrichtung wurde vom Makler bestimmt nicht für 300 Dollar zusammengekauft."

"Die Heizungsrechnung für diesen Raum kostet mehr als meine Jahresmiete" und "Die Einrichtung wurde vom Makler bestimmt nicht für 300 Dollar zusammengekauft."

Häufig geht es um die "gemütliche" Ausstattung der Immobilien. In den USA werden Häuser nur selten komplett leergeräumt verkauft – was bei uns die Regel ist. Andererseits haben die Vorbesitzer aber meist alle persönlichen Einrichtungsgegenstände entfernt. Aufgabe der Makler ist es daher, mit der bescheidenen Restmöblierung eine behagliche Atmosphäre zu simulieren. Nicht immer gelingt es.

Hausbesitzer sind entsetzt

Die ätzenden Kommentare von Wahne hatten das größte Immobilien-Portal der USA, Zillow, so gereizt, dass die Firma eine Klage anstrengte. Darauf verschwand der Schand-Pranger einige Tage vom Netz.

Die Stellungnahme, mit der Kate Wahne auf die Vorwürfe antwortete, führte nun dazu, dass Zillow die Klage fallen ließ. Juristische Hilfe bekam Wahne von den Anwälten der Electronic Frontier Foundation. Die Klage von Zillow setzte an zwei Punkten an. Einerseits wurde der nicht-legitimierte Gebrauch der Fotos moniert – dagegen konnte Wahne die "Fair Use"-Regel der USA ins Feld führen. In Deutschland gibt es so etwas nicht. Schwerer wiegt der Vorwurf, Wahne habe mit ihren Kommentaren die Besitzer der Liegenschaften öffentlich gedemütigt. 

Zum "Royal Dining Room" schreibt sie: Vergesst nicht, dass alle, die sich im Original so eingerichtet haben, auf der Guillotine endeten.

Zum "Royal Dining Room" schreibt sie: Vergesst nicht, dass alle, die sich im Original so eingerichtet haben, auf der Guillotine endeten.

In der Tat nimmt Wahne kein Blatt vor den Mund. Muscheldekorationen in Michigan? Veranda-Fenster im Cottage? Geht gar nicht. Am meisten hasst Wahne Zierelemente an Häusern, die aussehen, als hätte man sie mit einer Sahne-Spritze aufgetragen.

Kompromiss geschlossen

Nun kam es offenbar zu einer Einigung. Zillow betont, der Firma sei es nie darum gegangen, dass Recht auf freie Rede einzuschränken, man habe nur die eigenen Partner schützen wollen, die Vertrauen in die Seite benötigen, um dort Fotos der Wohnungen ihrer Kunden zu veröffentlichen.

Der Blog ist wieder im Netz – nur wird sich Kate Wahne etwas Neues überlegen müssen. Angeblich soll man sich geeinigt haben, dass sie in Zukunft keine Bilder des Portals mehr benutzen kann. 

Immobilien-Markt: Dieses Haus ist zwei Meter breit und kostet eine Million – ein Schnäppchen!
Das kleine türkis-blaue Haus ist im Angebot, nicht etwa das große rote Gebäude.  Dexters: Angebot Kilmarsh Road, Hammersmith

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Dexters: Angebot Kilmarsh Road, Hammersmith

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