Bahn-Vorstand Kefer denkt über S21-Ausstieg nach

14. Dezember 2012, 14:44 Uhr

In einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Bundestages geht die Bahn erstmals auf Distanz zum Bahnhofsprojekt in Stuttgart. Von Arno Luik

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Volker Kefer, Vorstand der Deutschen Bahn, geht auf Abstand zum Projekt S21.©

In dem Streit um das Bahnprojekt S21 zeichnet sich eine dramatische Entwicklung ab. Der Technikvorstand Volker Kefer ging erstmals auf Distanz zu dem Projekt. In der heutigen Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags äußerte sich Kefer, der in den vergangenen Jahren das umstrittene Milliardenprojekt für die Bahn verteidigte, überraschend distanziert zu dem Vorhaben. Wie Mitglieder des Ausschusses stern.de sagten, habe er erklärt, die Bahn habe gegenüber dem Projekt "eine Ausführungsverpflichtung". Wenn man diese nicht einhalte, müsse, so Kefer wörtlich, "die Zusage stehen, dass nicht geklagt wird von Stadt oder Land, wenn man sie nicht ausführt". Ein Bahnsprecher wies am Nachmittag diese Darstellung "ausdrücklich" zurück.

Außerdem ging Kefer auf das sogenannte Azer-Papier ein, das der stern im April 2011 an die Öffentlichkeit gebracht hatte. In diesem Papier von Hany Azer, dem damaligen Projektplaner von S21, sind 121 Risiken aufgelistet, die sich auf Zusatzkosten von insgesamt 1,264 Milliarden Euro addieren.

Allerdings: Viele Risiken bewerteten die Planer damals nicht mit konkreten Zahlen. Es gab die Anweisung, so ein Insider damals zum stern, die Kosten nicht zu hoch zu treiben, zu groß sei die Angst gewesen, dass die wahren Zahlen den Unmut über das Projekt unkontrollierbar werden ließen. Nun bestätigte Kefer, laut Ausschussmitgliedern, dass man bestimmte Kosten "nicht stichhaltiger Risiken" vor der Volksabstimmung zu S21 herausgerechnet habe.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass sich das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 um mindestens 1,1 Milliarden Euro verteuert. Diese Neuberechnung hat die Deutsche Bahn vorgelegt. Demnach erhöht sich der Finanzierungsrahmen von 4,5 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro, wie Bahn-Vorstand Kefer sagte. Hinzu kämen Risiken in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.

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