Ratgeber Krankenkasse

Krankenkassen belohnen die Gesunden

Wer etwas für die Gesundheit tut, kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Doch wer die Bonusprogramme der Krankenkassen nutzen will, muss regelmäßig Vorsorge betreiben - und Zeit investieren. Von Frauke Ladleif

Krankenkasse, GKV, Bonusprogramm, Wahltarif

Sport treiben zahlt sich aus - auch bei den Bonusprogrammen der Krankenkassen©

Im Service unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen kaum - 95 Prozent ihrer Leistungen sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben gleich. Seit Einführung des einheitlichen Beitragssatzes von 15,5 Prozent taugt auch dieser nicht mehr als Unterscheidungskriterium. Um für sich das beste Angebot zu finden, müssen die Versicherten daher schon die feinen Unterschiede herausarbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Bonusprogramme, deren Ausgestaltung je nach Versicherung variiert.

Diese Programme dürfen die Krankenkassen seit 2004 anbieten. Die Idee: Versicherte sammeln mit Sport, regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitskursen Bonuspunkte, für die sie eine Geld- oder Sachprämie erhalten. Die kann je nach Versicherung und Engagement des Teilnehmers jährlich bis zu 300 Euro betragen. Am Ende sollen beide profitieren: der Versicherte von der Prämie, die Versicherung von geringeren Gesundheitsausgaben.

Mit Gesundheitskursen Punkte sammeln

Den meisten Kassen gemein ist, dass sie die Mitgliedschaft im Sportverein oder bei einem Fitnessstudio, die Teilnahme an anerkannten Präventionskursen und die gesetzlich empfohlene Vorsorge belohnen. Bonuspunkte gibt es also sowohl für Maßnahmen, die den Versicherten nichts kosten, als auch für Aktivitäten, für die er selbst zahlen muss.

Geld sparen lässt sich nur, wer allein auf Vorsorge wie Krebsfrüherkennung, Impfung und Zahnarztbesuch setzt. Als eine von wenigen Kassen können Mitglieder der DAK auch Punkte fürs Blutspenden und für einen Organspendeausweis sammeln.

"Genau überlegen, was man für die Boni leisten muss"

Meistens müssen Versicherte finanziell in Vorleistung treten. Viele Kassen honorieren etwa die professionelle Zahnreinigung mit Bonuspunkten, die Kosten dafür übernehmen sie aber nicht. Auch den Mitgliedsbeitrag für den Sportverein oder die Teilnahme am Gesundheitskurs müssen die Versicherten aus eigener Tasche bezahlen.

Verbraucherschützer warnen daher vor zu großer Euphorie. "Die Bonusprogramme der Kassen sollte man als zusätzliches Bonbon sehen, wenn man ohnehin regelmäßig zur Vorsorge geht oder Sport macht", sagt Kai Vogel, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale NRW. "Vor der Teilnahme muss man sich genau überlegen, was man eigentlich für die Boni leisten muss." Bei der Deutschen BKK etwa erhält der Versicherte nur dann den Bonus, wenn er normalgewichtig ist und nicht raucht. Das muss er sich vom Arzt bescheinigen lassen.

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