Sie sind ein echter Verkaufsschlager: Zahnzusatzversicherungen. Wer in die Vorsorge investiert, kann bei den teuren Zahnarzt-Leistungen im Akutfall Geld sparen. Am besten man versichert sich im Paket. Von Andreas Hoffmann und Elke Schulze

Um ein strahlendes Lächeln zu behalten, lohnt sich oftmals der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung© Colourbox
Zusatzversicherungen für Zahnersatz erleben derzeit einen Boom. Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherer haben bereits 11,7 Millionen Bundesbürger ihre Zähne bei einem privaten Anbieter versichert - direkt oder über einen Tarif, den ihre gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit einem privaten Partner ausgehandelt hat, der spezielle, wenn auch nicht unbedingt günstige Konditionen bereithält.
Andreas Ibsen* hat alles auf einen Schlag erledigt: Er ist zur BIG Direkt gewechselt und hat eine Zusatzpolice bei deren Partnerversicherung Barmenia abgeschlossen - für den Zahnarzt und die Behandlung im Krankenhaus. Für sich und seine beiden Söhne Julian, 8, und Pascal, 7, zahlt er dafür rund 60 Euro im Monat. "Dieses Paket ist günstiger, als wenn ich die Versicherungen einzeln abgeschlossen hätte", begründet der Unternehmensberater seine Wahl.
Doch natürlich geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um die Leistung: "Ich rechne damit, dass an meinen Zähnen einiges zu machen ist." Die Kosten soll dann die Zusatzversicherung der Barmenia übernehmen. Der 39-Jährige sagt: "Vielleicht brauchen die Kinder irgendwann mal eine Zahnspange, dann will ich eine gute Versorgung."
Die ist besonders bei Zahnersatz wichtig. Die Kasse zahlt davon nur noch 50 bis 65 Prozent. Diesen Anteil kann der Kassenpatient mit einer Privatversicherung aufstocken und dann auch hochwertige Materialien wie Gold oder Keramik wählen. Bei den Zahntarifen sollte man vor allem darauf achten, dass der Eigenanteil des Versicherten möglichst niedrig ist. Die kompletten Kosten übernimmt allerdings keine Versicherung.
Wer eine Zahnzusatzversicherung will, sollte diese möglichst vor einem ersten großen Eingriff abschließen. Für bereits laufende Behandlungen muss die Kasse nicht zahlen. Das gilt ebenso für Behandlungen, die bereits empfohlen worden sind. Außerdem muss der Versicherte eine Wartezeit in Kauf nehmen: Für Zahnersatz, der innerhalb der ersten acht Monate nach Vertragsschluss nötig wird, kommt die Versicherung nicht auf.
Tipp: Wer Wert auf teure Materialien beim Zahnersatz legt, ist mit einer Zusatzversicherung gut bedient. Sie kostet für einen 43-jährigen Mann je nach Leistung zwischen 22 und 33 Euro pro Monat, Frauen zahlen bei manchen Tarifen zwischen drei und fünf Euro mehr. Im Mai 2010 bewertete die Stiftung Warentest insgesamt 110 Zahnzusatzversicherungen, von denen 16 die Note "sehr gut" erhielten. Darunter sind Tarife von: "Ergo Direkt", "Neckermann", "Barmenia", "CSS" und "universa".
*Name von der Redaktion geändert
Hier private Krankenzusatzversicherungen vergleichen
Was zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse?
Zum Krankenversicherungsvergleich von stern.de