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4. September 2007, 09:24 Uhr

Speed-Dating mit Darwin

Männer nehmen, was sie kriegen können. Frauen hingegen kriegen, was sie nehmen... wollen. Und da geht's nicht nur um Aussehen, so wie bei den Männern. Alte Klischees, knallhart wissenschaftlich bestätigt - anhand einer Speed-Dating-Analyse.

Zoom

Innerhalb von Minuten machen sich Frauen ein recht stimmiges Gesamtbild des Mannes - inklusive seiner Vater-Qualitäten© Colourbox

Frauen sind einer deutsch-britischen Studie zufolge bei der Partnersuche wesentlich anspruchsvoller und wählerischer als Männer. Während Männer - ungeachtet des eigenen Aussehens - am liebsten attraktive Frauen ansprechen, suchen sich Frauen sehr gezielt Kandidaten für ein weiteres Treffen aus. Frauen seien sich ihrer eigenen Qualitäten besser bewusst und guckten sich dazu passende Partner aus, berichten die Wissenschaftler nach der Auswertung eines "Speed-Dating". An der Studie, die in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (online vorab) veröffentlicht wurde, waren unter anderem die Berliner Humboldt-Universität und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung beteiligt.

"Speed-Dating" ist eine schnelle Form des Kennenlernens, bei der sich Männer und Frauen bei einem organisierten Rendezvous nur wenige Minuten gegenübersitzen. Sind sich beide Seiten sympathisch, kann es ein weiteres Treffen geben - sonst eben nicht. Die Wissenschaftler, darunter die Berliner Forscher Lars Penke und Peter Todd, befragten 46 Erwachsene vor dem Rendezvous nach ihren Auswahlkriterien und Vorlieben bei der Partnerwahl - und beobachteten dann ihr Verhalten in der Realität.

Frauen wollten nur jeden dritten Mann noch einmal treffen

Dabei lagen Theorie und Praxis vor allem bei den Männern weit auseinander. Während sie vor dem Rendezvous angaben, nach Partnerinnen zu suchen, die in Aussehen, Sozialstatus oder Bildung auf einer Ebene mit ihnen selbst lagen, wählten sie beim "Speed- Dating" einfach die hübschesten Damen aus - und wünschten 50 Prozent der Kandidatinnen sofort wiederzusehen.

Frauen hingegen wollten nur jeden dritten Mann noch einmal treffen und hatten sich in wenigen Minuten ein recht stimmiges Gesamtbild ihres Gegenübers gemacht - inklusive seiner Tauglichkeit als möglicher Vater.

Die Forscher folgern aus der Untersuchung, dass tiefsitzende evolutionäre Prozesse auch heute bei der Partnerwahl eine große Rolle spielen - vielleicht sogar eine größere als die Weisheit "Gleich und Gleich gesellt sich gern". Bereits der Naturforscher Charles Darwin hatte im 19. Jahrhundert vermutet, dass Frauen bei der Partnersuche die Wahl treffen. (Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI: 10.1073/pnas.0705290104)

DPA
KOMMENTARE (8 von 8)
 
waelder (05.09.2007, 03:49 Uhr)
Speeddating
Der Umfang einer Stichprobe wird nicht durch die Größe der zur untersuchenden Grundgesamtheit bestimmt, sondern u.a. durch die Wahrscheinlichkeit, dass die gleichen Datenerhebungsmethoden und -bedingungen zum selben Ergebnis führen.
Da diese Parameter nicht angegeben werden, kann über die Zuverlässigkeit der Untersuchung keine Aussage gemacht werden.
Aber jeder sollte mal sich selbst überprüfen, wie lange er/sie brauchte, um den derzeitigen Partner attraktiv zu finden. Das wird in den meisten Fällen in den ersten Minuten der ersten Begegnung geschehen sein. Alles Gebalze und Geturtel danach ist doch nur eine Konsequenz der ursprünglichen Einstufung der anderen Person.
Mr_Finister (04.09.2007, 23:45 Uhr)
Akademisch?
Ich kann ShanghaiStar nur zustimmen. Jeder der sich mit den Grundlagen der Forschung auseinander gesetzt hat weiss dass die Aussagekraft einer Probe mit 47 Teilnehmern voellig laecherlich ist. Wie es diese Ergebnisse auf stern.de, spiegel.de etc. geschafft haben ist mir wirklich schleierhaft.
damuero (04.09.2007, 22:38 Uhr)
Bitte?
@Chessstar: Ich kann Ihre Lesart des Artikels nicht teilen(Mich nerven eher die Männer die sich auf den Schwanz getreten fühlen). Hier werden doch einfach Untersuchungsergebnisse präsentiert.
Was mir seltsam vorkommt, ist das von dem Verhalten von Männern und Frauen beim Speeddating auf deren Verhalten bei der Partnerwahl geschlossen wird. Soweit ich weiß, findet dieses Art der Partnerwahl eher selten statt. Soll heißen, meistens nimmt man sich doch mehr Zeit um sein Gegenüber kennenzulernen. Dann können die meisten Männer sicher auch die Blendung durch die äußerliche Schönheit/Hässlichkeit des Gegenübers überwinden.
Chessstar (04.09.2007, 14:47 Uhr)
Was mir nicht gefällt...
...ist daß Frauen hier einmal mehr als klügere und bessere Menschen dargestellt werden und Männern ihr größeres Selbstwertgefühl madig gemacht wird, indem als mangelhaftes Selbstbild dargestellt wird. Ich kann es langsam nicht mehr hören/lesen, wie die Männer als Auslaufmodell runtergeputzt werden.
GeorgeDoe (04.09.2007, 14:39 Uhr)
Phallussymbol Elfenbeinturm
@mat2123
Du und Deine Metaphern - alter Chauvi!
Außerdem kleben Gehaltszettel Männern nicht auf der Stirn - wenn's gut geht, hängen sie unter'm Kinn, in Form einer teuren, geschmackvoll gewählten Krawatte...
ShanghaiStar (04.09.2007, 12:42 Uhr)
Akademisch?
46 Teilnehmer? Was soll das fuer eine Witznummer sein? Es handelt sich um ein Forschungsfeld, wo man wirklich mehr Probanden zusammenbekommen kann als 46 balzende Speed-Dater. Und hier wird aus einem lauen Sommerlueftchen eine Story fuer STERN, SPIEGEL & Co. *Gaehn* Was ist das fuer eine dubiose Universitaet?
bernie-abg (04.09.2007, 11:11 Uhr)
@mats123...
...auch noch zu einfach.Die Evolution treibt das Mänchen dazu durch möglichst viele Betten zu hüpfen, daß ist aus männlicher Sicht auch vollkommen logisch, tragen sie ja nicht das Risiko einer Schwangerschaft.
Aber nach der Evolution kommt die Sozialisation und damit zumindest nach unserem Kulturverständnis die Monogamie, spätestens dann werden die Mänchen genauso wählerisch wie die Weibchen.
mats123 (04.09.2007, 10:56 Uhr)
Im Elfenbeinturm
Schon traurig, wenn Wissenschaftler auf solche einfachen Erklärungsmuster hereinfallen. Die haben wahrscheinlich nicht einmal daran gedacht, dass die Teilnehmer an der Untersuchung schon alle ein bestimmtes Selektionskriterium erfüllen, nämlich die Bereitschaft, an einer solchen dämlichen Speed-Dating-Sache teilzunehmen. Die Ergebnisse dann zu generalisieren, ist schon sehr naiv und dumm. Wahrscheinlich hatten die Männer auf der Stirn auch ihren Gehaltszettel kleben.
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