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Twitter-Diskussion: Braucht eine 14-jährige Schülerpraktikantin wirklich einen Lebenslauf?

Als ihre Teenie-Tochter für eine Praktikumsbewerbung einen Lebenslauf schreiben soll, twittert die Mutter verständnislos: "Was soll da drinstehen? Mit 14 Monaten ging ich das erste Mal auf's Töpfchen?" Daraufhin entspinnt sich eine überraschend feurige Netz-Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Forderung.

Mit 14 kommt einem der Einstieg ins Berufsleben wie das reinste Labyrinth vor

Mit 14 kommt einem der Einstieg ins Berufsleben wie das reinste Labyrinth vor

Unsplash

Es ist eigentlich einer dieser Tweets, die man kurz in einem Augenblick der Frustration ins Handy tippt und auf die man dann zwei, drei mitfühlende Kommentare bekommt, ohne dass sie vom Rest der Welt überhaupt groß wahrgenommen werden. Twitter-Nutzerin "Tussnellda" ärgerte sich. Ihre 14-jährige Tochter hatte sich in der Klinik, in der sie auch selbst angestellt ist, um ein freiwilliges Praktikum beworben. Sie hatte zuvor alle nötigen Gesundheitschecks unternommen und ein nettes Anschreiben verfasst. Doch das war der Personalabteilung noch nicht genug.

Die Tatsache, dass ihre 14-jährige Tochter für ein kurzes Praktikum einen Lebenslauf verfassen sollte, erschien Tussnellda absurd. Klar – die meisten 14-Jährigen haben in ihrem jungen Leben wenig veranstaltet, das für Personalabteilungen wirklich interessant ist. In der Regel sind sie bisher ausschließlich zur Schule gegangen. Was also schreibt man in so ein Dokument – und ist es wirklich angemessen, einen so jungen Teenie nach einem offiziellen Lebenslauf zu fragen?

Ist es völlig absurd – oder eine gute Übung?

Das ist der Punkt, an dem es für viele Twitter-Nutzer interessant wurde – und der Tussnelldas genervten kleinen Tweet zu einem vieldiskutierten Thema machte. Mehr als 3000 Menschen gefiel er, 166 Nutzer wollten in Kommentaren ihren Senf dazugeben. Und die Meinungen dieser Menschen spalteten sich nahezu in zwei Hälften: Eine davon kritisierte die Haltung der Mutter und sah die Lebenslauf-Forderung als eine prima Übung für etwas, das die 14-Jährige später so oder so beherrschen muss.

Nicht alle stimmten der verärgerten Mutter zu

Die andere Hälfte hingegen stimmte Tussnellda voll zu, fand die Forderung albern und sah darin ein schönes Beispiel übertriebener deutscher Bürokratie.

Immerhin gab es dann auch noch ein paar gute Tipps für die frustrierte Mutter, was am besten in den Lebenslauf rein sollte. Neben Kontaktdaten und Schulbesuch vor allem: Hobbys, Interessen, besondere Talente und eventuelle ehrenamtliche Tätigkeiten. Namen und Berufe der Eltern (ein häufiger Vorschlag) gehören übrigens hingegen schon länger nicht mehr in Lebensläufe.

wt
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