HOME

Buch: "Mama, Papa, ich werd' Fußballprofi!": Was tun mit einem fußballverrückten Sohn?

Was können Eltern tun, wenn der eigene Sohn nur ein Ziel hat und zwar Fußballprofi zu werden? Ein Buch über Talent, Familie und natürlich den schönsten Sport der Welt.

Von Viktoria Meinholz

Fußballprofi - der Traum vieler kleiner Jungen und ihrer Väter

Fußballprofi - der Traum vieler kleiner Jungen und ihrer Väter

Unzählige Stunden haben Ursula Engel und ihr Mann Bernd Ulrich der Leidenschaft ihres Sohnes gewidmet. Sie haben ihn zum Training kutschiert, am Spielfeldrand gestanden, ihn zu Auswärtsspielen begleiten, seine Trikots gewaschen, mit den Trainern diskutiert, ihn angefeuert, ihn getröstet. Fritz liebt Fußball, schon von klein auf. Er will Fußballprofi werden - und ist bereit, alles dafür zu geben. Was das für seine Familie bedeutet, erzählen seine Eltern in ihrem Buch "Mama, Papa, ich werd' Fußballprofi!".

"Der Vater und ich, wir haben uns nicht gewünscht, dass unser Sohn Fußballprofi wird. Irgendwann war es sein Wunsch und nicht mehr zu übersehen", schreibt Ursula Engel auf der ersten Seite. "Was sind wir als Eltern bereit, für unsere Kinder zu geben? Alles? Das wäre gelogen. Aber demütigen lassen, das müssen wir uns vielleicht, auch dazu erzählt der Fußball Geschichten. Was man dafür bekommt, sind unfassbare Glücksmomente." Das Buch begleitet Fritz und seine Familie von seinen ersten Ballübungen bis in die Jugend-Bundesliga. Schon früh wird dem Jungen von allen Seiten Talent bescheinigt. Er steigt kontinuierlich auf, vom Regionalligaverein geht es zu Hertha BSC, dem Profiverein Berlins.

In ihrem Buch schildert Fritz' Mutter, wie ihr Sohn sein Ziel schon mit elf oder zwölf Jahren fest im Blick hatte. Bedingung der Eltern: die Schule darf nicht darunter leiden. Fritz schreibt all die Jahre gute Noten, macht sein Abitur. Viermal die Woche Training, daneben Schule, Hausaufgaben, lernen. Für den Jungen scheint das alles ganz normal zu sein, doch die Eltern machen sich Gedanken. Mutet er sich zu viel zu? Wie weit dürfen wir eingreifen? Was ist, wenn der Traum zerplatzt? Sie stellen sich viele Fragen rund um die Leidenschaft ihres Sohnes und den Leistungssport Fußball. "Was passiert, wenn wir Eltern bestimmen, wie unsere Kinder ihre zugegeben immer kleiner werdende Freizeit verbringen dürfen und sollen? […] Wenn wir Talente an unseren Kindern entdecken, die uns gefallen, sind wir schnell mit Fördermaßnahmen und Zusatzangeboten bei der Hand."

"Fußballer sind alle doof"

Das Umfeld der Familie ist nicht begeistert von Fritz' Leidenschaft. "Soll er nicht besser was Sinnvolles machen?", werden seine Eltern oft gefragt. Ein Instrument lernen oder eine Fremdsprache? Warum muss es denn der Unterschichtensport Fußball sein? "Die sich stets wiederholenden Klischees über die prolligen Fußballer gingen mir langsam auf die Nerven", schreibt Engel. "Wären die Kritiker doch nur einmal mit zum Spiel gekommen und hätten sich die höflichen, jedem die Hand schüttelnden Jungs mit ihren frischgeputzten Fußballschuhen und der einheitlichen Trainingskleidung angesehen." Das Buch ist ein Plädoyer für die Leidenschaft - egal, ob sie sich ums Klavierspielen, das Schreiben oder den Fußball dreht. Und es räumt mit einigen Klischees rund um den Sport auf.

In der Mannschaft schließt Fritz trotz aller Konkurrenz viele Freundschaften, über soziale Grenzen hinweg. Und seine Eltern lernen andere Seiten an sich kennen, wenn sie ihren Sohn lautstark von der Tribüne aus unterstützen. Doch es gibt auch Klischees, die das Buch bestätigt: Frauen haben in der Fußballwelt nichts zu sagen, wichtige Gespräche muss immer der Vater führen. Wenig wird offen besprochen, viel entscheidet sich durch Kontakte und hinter verschlossenen Türen. Nicht immer sind die Eltern glücklich über das Verhalten von Trainern oder dem Verein. Je weiter ihr Sohn aufsteigt, umso weniger werden sie in Entscheidungen einbezogen. Der Fußball hat seine eigenen Gesetze - und die sind für Fritz oft besser zu ertragen als für seine Eltern.

"Mama, Papa, ich werd' Fußballprofi!", rororo, 224 Seiten, 9,99 Euro    Ursula Engel arbeitet als freie Journalistin und Autorin, Bernd Ulrich ist stellvertretender Chefredakteur der "Zeit". Sie leben mit ihren drei Kindern in Berlin. Ihr gemeinsames Buch ist im Oktober 2014 bei Rowohlt erschienen.

"Mama, Papa, ich werd' Fußballprofi!", rororo, 224 Seiten, 9,99 Euro
Ursula Engel arbeitet als freie Journalistin und Autorin, Bernd Ulrich ist stellvertretender Chefredakteur der "Zeit". Sie leben mit ihren drei Kindern in Berlin. Ihr gemeinsames Buch ist im Oktober 2014 bei Rowohlt erschienen.

Zukunftsaussichten

Denn natürlich sind sie seine größten Fans. Jubeln und leiden mit ihm bei unzähligen Spielen und Turnieren. "Anpfiff. Mein Puls raste. Wenn einer unserer Stürmer den Ball bekam, zuckte mein eigenes Schussbein unwillkürlich mit. Hoffentlich hatte das keiner gesehen", beschreibt Engel ihren Zustand während eines wichtigen Spiels ihres Jungen. "Wenn Fritz köpfte, konnte ich eine angedeutete Bewegung meines Kopfes nicht verhindern. Ich hatte mich nicht mehr im Griff. Und offensichtlich ging das nicht nur mir so. Wie peinlich. Etlichen in der Halle schienen die Emotionen das Hirn zu vernebeln."

Lange Zeit sieht es so aus, als könne Fritz sich seinen Traum von der Profikarriere erfüllen. Doch dann kommt das Leben dazwischen: eine blöde Verletzung, ein anderer Trainer. Seine Zeit bei Hertha geht zu Ende. Doch Fußballspielen wird Fritz wohl immer, egal ob in einer professionellen Mannschaft oder mit Freunden. Zurzeit in den USA, wo er dank eines Fußballstipendiums studiert.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(