Harry Styles ist mit neuer Musik zurück – und trifft damit auf gemischte Gefühle. Warum genau das gerade ein erfrischendes Zeichen ist.
Eine großartige Nachricht für alle Harry Styles Fans zu Jahresbeginn! Nach dreijähriger Pause hat der britische Sänger ein langersehntes Album angekündigt. Auf die erste Kostprobe mussten Fans nicht lange warten, bereits eine Woche nach der Ankündigung veröffentlichte Styles die erste Single des Albums, „Aperture“. Und die Reaktionen sind… durchwachsen.
Nicht alle lieben den neuen Berghain-Harry
Die Meinungen zu dem Song gehen weit auseinander, reichen von begeistert bis gelangweilt. In einem Punkt sind sich jedoch die meisten einig: der Track geht in eine Richtung, die wir von Harry Styles so noch nicht kennen.
Das Album "Kiss All The Time. Disco, Occasionally" erscheint am 6. März 2026
Statt dem glitzernden, extravaganten „Love On“-Tour-Harry, bekommen Fans jetzt eine etwas alternativere Seite ihres Lieblingskünstlers zu sehen. Seine Pause, die der Sänger zu großen Teilen in Berlin verbrachte, hat bei seiner Musik offenbar Spuren hinterlassen. Zwar sind wir es gewohnt, dass Harry Styles sich über seine Alben hinweg entwickelt und ausprobiert hat, dabei ist er allerdings immer im Rahmen des Pop-Genres geblieben.
Davon ist in „Aperture“ kaum noch etwas übrig. Stattdessen bekommen Hörer eine wilde Mischung aus Synth- EDM- und Elektromusik mit einem Hauch Techno serviert. Und das gefällt nicht allen Fans.
Fehlender Mut zu kreativen Risiken
Es ist keine Seltenheit, dass Künstler einen neuen Stil ausprobieren und sich erstmal mit enttäuschten Fans konfrontiert sehen. Die freuen sich teils jahrelang auf mehr von der Musik, die sie kennen und lieben. Ein plötzlicher Genre-Switch kommt da oft unerwartet und sorgt für Enttäuschung.
So ein stilistischer Wechsel geht nicht ohne Risiken einher. Insbesondere in einer Industrie, in der die Liebe und Zustimmung der Fans eine so große Rolle spielen – auch für den kommerziellen Erfolg. „Du steckst ganz viel Liebe in eine Industrie, die dich nur dann zurück liebt, wenn du erfolgreich bist“, erklärte Harry Styles dazu mal in einem Interview. „Wenn nicht, bist du sofort raus“.
Denn dann wären da natürlich noch die Musiklabels, die bloß sichergehen wollen, dass die herausgebrachten Alben ein Erfolg werden. Bei dem Wunsch es allen recht zu machen, geht die Risikobereitschaft für kreative Experimente denkbar runter – und darunter leidet besonders die Kunst.
Hollywood leidet unter derselben Krankheit
Dasselbe Phänomen lässt sich auch in den Kinos beobachten, wo Zuschauer seit Jahren über fehlende Kreativität und einen Mangel an originellen Geschichten klagen. Wer heute einen Film sehen will, hat oft die Wahl zwischen Neuauflagen beliebter Klassiker, Realverfilmungen von uralten Animationsfilmen oder Fortsetzungen von eigentlich längst abgeschlossenen Franchises.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Sequels kommen gut an und brechen regelmäßig Rekorde an den Kinokassen. Nicht nur die Studios scheuen sich, neue Ideen zuzulassen, auch das Publikum geht nur widerwillig Risiken ein. Häufig schauen wir uns eben am liebsten Filme mit bekannten und geliebten Charakteren an, schwelgen lieber in Nostalgie als uns auf Neues einzulassen.
Harry Styles kann sich das Experimentieren leisten
Auch viele Harry Styles-Fans werden sich bei der Ankündigung des neuen Albums auf ein Wiedersehen mit dem Künstler gefreut haben, der vor knapp drei Jahren die Bühne verlassen hat. Statt jedoch mit der Musik zurückzukommen, für die seine Fans ihn lieben, hat der Brite sich jedoch für eine experimentelle Route entschieden.
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Gegenüber vieler anderer Sänger, die von fehlendem Mut oder ausbleibender Zustimmung ihrer Labels ausgebremst werden, hat Styles einen Vorteil: er muss sich nicht mehr beweisen. Der 32-Jährige hat bereits alle erdenklichen Preise der Branche abgeräumt und seine „Love On“-Tour war eine der erfolgreichsten aller Zeiten.
Dabei hat er sich über die Jahre, von seiner Zeit bei der Boyband OneDirection bis heute, eine extrem treue und loyale Fangemeinschaft aufgebaut. Und die wird ihm so schnell nicht davonlaufen. Stattdessen stehen Fans dem Song gutmütig gegenüber, hören die Single trotz erster Skepsis vielleicht noch ein zweites, drittes oder viertes Mal – und merken dann, dass sie den Song vielleicht doch ganz okay finden.
Manchmal müssen wir eben zu unserem Glück gezwungen werden
Ein Stilwechsel kann für einen Künstler beängstigend, sogar riskant sein. Und trotz allem Wohlwollen wird die neue Richtung nicht bei allen Fans gleich gut landen. Dass Harry Styles trotzdem den Weg in ein neues Genre wagt, ist herrlich erfrischend, denn genau darum sollte es in der Kunst schließlich gehen: kreativ zu sein und sich auch mal außerhalb der eigenen Komfortzone auszuprobieren. Und das gilt nicht nur für die Künstler, auch wir als Hörerschaft sehen uns mit neuer Musik konfrontiert, der wir sonst vielleicht keine Chance gegeben hätten. So entdecken manche Fans mit dem kommenden Album vielleicht sogar ein neues Genre für sich – einfach weil es Harry Styles ist, der auf dem Cover steht.