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Kranker Junge bekommt neuen Hund: Das Glück kommt auf drei Beinen

Ein Junge und sein Hund: Der eine leidet unter einer seltenen Krankheit, der andere hat nur noch drei Beine. Doch zusammen finden sie zurück ins Leben. Und zeigen, wie wichtig Freundschaft sein kann.

Von Viktoria Meinholz

Vor genau zwei Jahren veränderte sich das Leben des kleinen Owen aus England von Grund auf - auch wenn das damals noch keiner ahnte. Auf Facebook hatte seine Stiefmutter das Bild eines verletzten Hundes entdeckt, der ein neues Zuhause suchte. Der Anatolische Hirtenhund war von seinem Besitzer an ein Gleis gekettet und von einem Zug erfasst worden. Seitdem hat er nur noch drei Beine. Owens Vater und seine Frau beschlossen, das Tier bei sich aufzunehmen.

Als Owen anderthalb Jahre alt war, wurde bei ihm das Schwartz-Jampel-Syndrom diagnostiziert. Weltweit sind nur ungefähr 100 Fälle der Krankheit bekannt. Der heute Achtjährige kann sich nur unter Schmerzen bewegen und ist bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen. Durch die seltene Krankheit sind seine Muskeln ständig angespannt, auch das Atmen fällt ihm schwer. Owen traf früher nur ungern andere Menschen, er hatte das Gefühl, angestarrt zu werden. Er sprach nur wenig und zog sich im Laufe der Jahre immer mehr in seine eigene Welt zurück. Das alles änderte sich durch Hirtenhund Haatchi.

Überraschende Rettung

Zwischen dem Hund und dem Jungen habe es sofort eine Verbindung gegeben, erzählt Owens Stiefmutter in einem Film, der im letzten Jahr über die beiden Freunde gedreht wurde. Studenten der University of Hertfordshire begleiteten die Familie über mehrere Monate und stellten den rührenden Film in der vergangenen Woche auf Youtube. "Sie sahen einander an und beide schmolzen dahin. Es war Liebe auf den ersten Blick - für beide", wird die erste Begegnung der beiden in einem Buch, das im Februar über Owen und Haatchi erschienen ist, beschrieben. Der Junge und sein Hund waren von Beginn an wie vertraute alte Freunde. Warum, wissen auch die Eltern nicht genau. Aber sie sehen die Fortschritte, die Owen schon nach kurzer Zeit zusammen mit Haatchi macht.

Auch Little B, für little buddy, kleiner Freund, wie Owen von seiner Familie genannt wird, kann sich an den ersten Tag mit seinem besten Freund gut erinnern: "Ich war sehr glücklich. Alles in meinem Leben veränderte sich an diesem Tag." Weil Haatchi die Medikamente, die er nach seinem Unfall benötigte, ohne Murren einnahm, war auch Owen plötzlich bereit, seine Medizin einzunehmen. Weil Haatchi auf seinen drei Beinen fröhlich durch den Park tollte, wollte auch Owen wieder öfter das Haus verlassen. Außerdem guckten die anderen nun seinen Hund an und nicht mehr nur ihn. Das Selbstvertrauen des Jungen wuchs, er sprach viel mehr, meldete sich sogar in der Schule freiwillig zu Wort. Die besten Freunde nahmen an Wettbewerben für Hunde teil, traten im Fernsehen auf und wurden allmählich berühmt. Zusammen fällt es ihnen nicht mehr so schwer, anders zu sein.

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