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Tumblr-Initiative: Ein Schild zur Begrüßung: Flüchtlinge willkommen!

Lutz S. postete sein Bild und einen Gruß an Flüchtlinge auf Tumblr und will mit weiteren Willkommensgrüßen Menschen sichtbar machen, die sich Flüchtlingen gegenüber aufgeschlossen und positiv zeigen. Sein Aufruf kommt an - und ist nicht der einzige.

Sommerfest vorm Flüchtlingsheim in Essen, deutsche und kaukasische Familien plaudern und essen zusammen

Sommerfest vorm Flüchtlingsheim in Essen, deutsche und kaukasische Familien plaudern und essen zusammen

Es war der 20. Juli, als Lutz S., in Bayern lebender Exil-Hamburger, begann, der Berichterstattung über die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland etwas entgegenzusetzen. Die Nachrichten über Proteste gegen Flüchtlingsheime, wütende Demonstranten und rechte Gesinnungen gehen täglich durch die Presse und flimmern über die Bildschirme, aber die, die eine andere Haltung haben, bleiben unsichtbar. Diejenigen, die Verständnis und Mitgefühl zeigen für Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen müssen, alles aufgeben, weil der Krieg dort unerträglich und lebensgefährlich ist. Die vielleicht sogar Kleidung, Hausrat, Schuhe, Fahrräder oder Geld spenden, um den frisch Eingetroffenen ihren Start in einer fremden Umgebung zu erleichtern. Die in Erstaufnahmelagern Essen ausgeben. Die Sprachunterricht erteilen oder dolmetschen. Alles ehrenamtlich. Denn diese Deutschen gibt es auch, und es sind gar nicht wenige. 

S. richtete einen Tumblr ein und nannte ihn 1000malwillkommen. Er erklärt dort, was ihn auf die Idee gebracht hat: "In einem Beitrag von heute+ habe ich eine Frau gesehen, die sinngemäß meinte: 'Ich bin für Flüchtlinge, gehöre wohl aber zur stummen Minderheit.' Ich möchte den stummen (und lauten) Befürwortern eine Plattform bieten, auf der wir alle gemeinsam sagen können: 'Herzlich willkommen - schön, dass du da bist!'" Neben dem Gruß von Lutz S. tummeln sich inzwischen zahlreiche Fotos von Menschen, die sich seiner positiven Botschaft an Flüchtlinge anschließen möchten. Und Lutz S. ist nicht der Einzige, der "die anderen Deutschen" sichtbar machen will.

Dresden insbesondere

Eine ähnliche Idee hatte auch die Sächsin Henrike Voigt, die auf ihrem Blog "Nieselpriem" den Beweis antreten möchte, dass es nicht nur rechte Dresdner gibt. Unter #drednergesichter ruft sie auf: "Was ist nur los in Dresden? Diese Frage las ich bei Facebook vor einigen Wochen. Und ich frage das nun selbst laut! Wo sind die Dresdner ohne Herz- und Haltungsschaden? Ihre Gesichter möchte ich sehen! Ihre Meinung lesen! ... Bitte zeigt euch! Zeigt der Welt Dresdner Gesichter, die für Weltoffenheit und Frieden und Solidarität stehen. Ich möchte diese Gesichter sehen! Und sie der Welt zeigen." Die Aktion ist noch jung, aber die ersten Gesichter und Geschichten sind bereits zu lesen. Mögen es noch viele mehr werden.


bal
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