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"Superstars" in Wien: Mona Lisa neben "Big Brother"

Die Ausstellung "Superstars" widmet sich der Prominenz in der Kunst, den Medien und in industriellen Produkten. Große Werke der Kunstgeschichte treffen hier auf populäre Ikonen.

Mit einem zeitgemäßen Phänomen setzt sich eine Ausstellung in Wien derzeit auseinander: die Konstruktion eines Superstars in der Kunst. "Die Idee liegt in der Luft. Allerdings ist das tatsächlich die erste Ausstellung, die versucht, die Thematik in den Griff zu kriegen, wie das Phänomen Star konstruiert und auch wieder dekonstruiert wird" so Dr. Ingried Brugger, Kuratorin der Ausstellung "Superstars - von Warhol bis Madonna". Eine sehr zeitgemäße Fragestellung also in Zeiten von Markenkult und Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar". Dementsprechend darf auch das Phänomen "Big Brother" als Vorreiter einer neuen TV-Dimension nicht fehlen.

Im Großen und Ganzen widmet sich die Ausstellung dem Phänomen, wie der Künstler sich als Star darstellt und sich auch kritisch hinterfragt. Da gibt es Selbstporträts von Immendorff und Lüppertz, oder Picassos Selbstporträt mit Modell. Da ist Jeff Koons, der sich durch geschickte PR-Strategien selbst vom Künstler zum Superstar erhebt. In einer anderen Arbeit von Koons wird Michael Jackson zur Kitschfigur degradiert. Da sind Paparazzi-Fotos, auf denen Stars in unbeobachteten Augenblicken überrascht werden.

Die Ausstellung ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Einer davon ist den "Altstars" gewidmet: Marilyn Monroe, berühmteste Filmschauspielerin aller Zeiten im Spiegel der Medien, und Mona Lisa, das berühmteste Bild der Kunstgeschichte mit seinen teils sehr frühen Variationen.

Marken als globale Embleme

"Kunst hat ja auch immer die Funktion, kritische Distanz einzunehmen. Deswegen ist ein ganz wichtiges Kapitel der Ausstellung den Brands gewidmet. Der Marlboro-Man zum Beispiel, wie er in der Kunst gesehen wird", sagt Kuratorin Brugger. Denn das Prinzip Prominenz gilt auch für industrielle Produkte, Marken, die, meist in Verbindung mit berühmten Persönlichkeiten, zu globalen Emblemen werden und durch ihren Appell ans Gefühl die Konsumleidenschaft beflügeln sollen.

Traurigkeit und Zerbrechlichkeit des Superstars

Besonders stolz ist die Kuratorin auch auf die riesigen Exponate. "Erst in der Größe bekommt der Betrachter die Macht der Celebritys, aber auch ihre Traurigkeit und Zerbrechlichkeit zu spüren" so Ingried Brugger. Ein Künstler wie Andreas Gursky hat seine überlebensgroßen Bilder selbst gebracht , da ihm das Thema gefallen hat. "Die Ausstellung macht Spaß, sie fetzt richtig durch diese Kombination von 'high' und 'low', sie ist auf der einen Seite sehr glamourös, auf der anderen Seite sehr intellektuell", sagt Brugger.

Die Ausstellung "Superstars - von Warhol bis Madonna" ist noch bis zum 22. Feburar sowohl in der Kunsthalle in Wien, sowie im BA-CA Kunstforum zu sehen. www.kunsthallewien.at, www.ba-ca-kunstforum.at.

Kathrin Buchner
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