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Buch: "Art of Burning Man": Kunst, die brennt

Einmal jährlich zieht es Zehntausende in die Wüste Nevadas, um an einem exzentrischen Kunstspektakel teilzunehmen: dem "Burning Man". In glühender Hitze ist alles erlaubt  - so lange am Ende alles wieder aufgeräumt wird.

Stellen Sie sich eine Wüstenlandschaft vor, aufgeheizt auf weit über 40 Grad am Tag, und unter zehn in der Nacht. Die nächste Stadt 100 Meilen entfernt, nur Sie und die Wildnis Nevadas. Na gut, und 70.000 andere Besucher. Feierwütige, Kunsthuldigende, Drogenberauschte, die alle den "Burning Man" anbeten, und daraus ein einwöchiges Kunstfestival machen, futuristisch, martialisch und ziemlich spektakulär. Ein Rave für Waghalsige, oder für reiche Hippies, wie Kritiker sagen. 

 Am 30. August ist es auch in diesem Jahr wieder soweit: Menschen werden ins Wüstengebiet strömen, sie werden sich Getränke, Essen und Drogen mitbringen, alles, was man für dieses Festival braucht. Sie werden tanzen und feiern und sich lieben, und um sie herum finden sich außergewöhnlicher Kunstwerke: Feuerspuckende Tintenfische etwa, wandelnde Cupcakes oder Tempel aus Sperrholz, 15 Meter hoch.

Begonnen haben soll alles im Jahr 1986, als ein Taxifahrer am Strand in San Francisco eine menschengroße Holzpuppe verbrannt haben soll. Er sah darin den Liebhaber seiner Frau. Jahr für Jahr wurde das Event wiederholt und lockte immer mehr Menschen an, sodass es vier Jahre später wegen des zu großen Andrangs in die Wüste verlegt wurde.

 Dorthin, wo die freie Liebe gepredigt wird, wo im vergangenen Jahr 71 Menschen wegen einer Überdosis behandelt werden mussten. Und wo die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page ihren neuen CEO fanden. Angeblich.

 Der Autor und Fotograf NK Guy hat sich im Buch "Art of Burning Man" der Kunst des Festivals gewidmet, und die besten Werke aus 16 Jahren "Burning Man" zusammengestellt. Gleißendes Feuer unter dem nachtblauen Wüstenhimmel. Und wahnsinnige Kunstwerke, die nur wenige Tage existieren. Am Ende bleibt nicht viel zurück außer etwas heißer Stahl und Asche. Bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder brennt.


val
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